Kein Ende von Waldbrand im Kärntner Lesachtal in Sicht

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von Agenturen

++ HANDOUT ++ Massive Trockenheit führte zu rascher Ausbreitung des Feuers

Bild: APA/MATTHIAS WARMUTH


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Beim Waldbrand im Kärntner Lesachtal, der am Donnerstagabend im steilen Gelände ausgebrochen war, ist auch am Freitagabend kein Ende in Sicht gewesen. Das Feuer hatte sich untertags immer weiter ausgebreitet, bis zum Abend standen 70 Hektar Waldfläche in Flammen. Sechs Hubschrauber und 40 Feuerwehren mit rund 220 Feuerwehrleuten waren im Einsatz, man ging davon aus, dass der Einsatz mehrere Tage lang dauern wird, hieß es von der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ).

Das Feuer war am Donnerstag gegen 21.00 Uhr östlich der Ortschaft Maria Luggau ausgebrochen - wegen der massiven Trockenheit in diesem Gebiet breiteten sich die Flammen schnell aus. "Momentan ist mit Bodenmannschaften relativ wenig zu machen, weshalb mehr Hubschrauber angefordert wurden", hieß es am Vormittag von der Feuerwehr. Die Flammen würden sich im steilen Gelände buchstäblich nach oben fressen. Auch der Wind und die starke Rauchausbreitung sorgten für Probleme, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor mit.

Feuer griff weiter um sich

Hatte man zu Mittag noch die Hoffnung, eine weitere Ausdehnung verhindern zu können, so wurde die am Nachmittag zerstört: Die vom Feuer betroffene Fläche hatte sich seit dem Vormittag von 35 auf 60 Hektar fast verdoppelt. Das sei nicht nur eine Fläche, die glost, sondern tatsächlich ein Vollbrand, präzisierte der Lesachtaler Bürgermeister Bernhard Knotz (ÖVP) zu Mittag im APA-Interview. Dass sich das Feuer so rasend schnell verbreiten konnte, hängt mit der Trockenheit und der Lage auf der Sonnseite des Tals ebenso zusammen, wie mit im Gebiet liegendem Schadholz nach Unwettern und Borkenkäferbefall - das trockene Holz heizte den Brand richtiggehend an.

Die Lage war teilweise angespannt: "Das Feuer ist an einer Stelle nur 100 Meter von bewohnten Gebäuden entfernt", erklärte Bürgermeister Knotz. Wind erschwerte den Einsatz erheblich, weitere Löschleitungen wurden verlegt. Geplant war, dass die Hubschrauber bis etwa 19.30 Uhr - also so lange es noch hell genug ist - fliegen, am Samstag rücken sie wieder in aller Früh an. Für die Nacht ist nun geplant, eine Brandwache zu halten und vor allem die Gebäude in der Nähe des Brandes zu schützen. Die Löscharbeiten werden am Samstag in aller Intensität fortgesetzt - allerdings werden die Einsatzkräfte durchgetauscht. Und man habe auch Geräte, wie etwa größere Löschbehälter, aus anderen Bundesländern angefordert, hieß es von der LAWZ.

Bundesheer im Einsatz

Am Freitag rückte auch das Bundesheer zum Assistenzeinsatz ins Lesachtal an, im Einsatz standen drei Hubschrauber sowie ein Tanklöschfahrzeug. Vom Hermagorer Bezirkshauptmann Heinz Pansi wurde der Bezirkskrisenstab aktiviert. Das Land Kärnten war mit dem Bezirkskrisenstab, dem Landesfeuerwehrkommando und dem Katastrophenschutz in laufendem, engem Austausch.

Wegen der Gefahr von auf die Fahrbahn herabrollenden Teilen musste die Lesachtalstraße (B111) zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Eine Umfahrung war nur großräumig über Osttirol möglich.

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Sängerin Naschenweng bekundet Mitgefühl

Solidarität mit den Einsatzkräften und Bewohnern bekundete auch die bekannteste Lesachtalerin, Melissa Naschenweng. "Es tut weh, solche Bilder aus meiner Heimat zu sehen", schrieb die Sängerin am Freitag in einer Instagram-Story. "Danke an alle Einsatzkräfte, die unter so schwierigen Bedingungen im Einsatz sind. Passt's guat auf eich auf."

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