Kriminalisten-Legende Max Edelbacher ist tot

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Max Edelbacher war langjähriger Leiter des Sicherheitsbüros

Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH


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Über ihn lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass er eine wahre Kriminalistenlegende war: Max Edelbacher, ehemaliger Leiter des Sicherheitsbüros - dem Vorläufer des heutigen Landeskriminalamts (LKA), ist tot. Edelbacher starb am vergangenen Wochenende 81-jährig nach längerer schwerer Krankheit. Das bestätigte die Vereinigung Kriminaldienst Österreich (VKÖ) am Donnerstag der APA. Edelbacher war bis 2006 im Polizeidienst und Autor zahlreicher Bücher sowie anderer Publikationen.

1968 schloss Edelbacher sein Jusstudium an der Universität Wien ab, absolvierte die Gerichtspraxis und das Bundesheer und trat zunächst in die Länderbank (die später in der Bank Austria aufging, Anm.) ein. 1972 wechselte er in die Bundespolizeidirektion Wien, wo er vier Jahre später in das Sicherheitsbüro kam. 1988 wurde er dessen Leiter. In die Amtszeit des "Edelmax" - so sein Spitzname - fallen zahlreiche spektakuläre Fälle der österreichischen Kriminalgeschichte: die "Mordschwestern von Lainz", der Fall des Serienmörders Jack Unterweger oder die sogenannten Favoritner Mädchenmorde an Alexandra Schriefl, Christina Beranek und Nicole Strau.

Konflikt mit dem Innenministerium

Mit der Übernahme des zuvor roten Innenministeriums durch Ernst Strasser (ÖVP) und damit verbundenen Reformplänen folgten Konflikte zwischen "Edelmax" und der Zentralstelle. Edelbacher hielt mit seiner Kritik nicht hinter dem Berg, was im Büro Strassers, dem nicht selten politisch motivierte "Umfärbung" vorgeworfen wurde, nicht gern gesehen wurde. Der Leiter des Sicherheitsbüros, das im Zuge der Wiener Polizeireform 2002 aufgelöst werden sollte, wurde versetzt und verbrachte die letzten Dienstjahre im Kriminalkommissariat Süd (heute LKA-Außenstelle Süd).

Noch während seiner aktiven Laufbahn setzte sich Edelbacher immer wieder kritisch mit der Polizeiarbeit auseinander: 2005 erschien seine kritische Analyse der "Operation Spring", bei der die heimische Polizei gegen organisierte Drogenhändler vorging und erstmals den großen Lauschangriff einsetzte. Im Visier standen Menschen aus afrikanischen Staaten. Edelbacher konstatierte, dass die angewandten Methoden nicht erfolgreich gewesen seien und größere Drogenbosse nicht verhaftet werden konnten. Der Polizeihofrat setzte sich in dem Buch "Polizei Inside: Was läuft falsch?" auch mit dem Fall Natascha Kampusch auseinander und veröffentlichte mit dem ehemaligen Direktor des Bundeskriminalamts, Herwig Haidinger, sowie dem Ex-Innenministeriums-Sektionschef Wolf Szymanski einen kritischen Artikel, wonach sich insbesondere im städtischen Bereich die Qualität der Polizeiarbeit verschlechtert habe.

Professionalisierung lag Edelbacher am Herzen

Und so bleibt vom "Edelmax" auch, dass ihm die Zukunft und die Professionalisierung der Polizeiarbeit immer sehr am Herzen lag. Nicht zuletzt fiel in seine Sicherheitsbüro-Amtszeit auch, dass der Sachbeweis das Geständnis als wichtigsten Beweis gegen Tatverdächtige ablöste. Dazu leistete er auch in der Aus- und Fortbildung Beiträge. So war er als Gastdozent an vielen Lehr- und Forschungsanstalten sowie Institutionen tätig. Das reichte von der Wirtschaftsuniversität Wien und die Donauuniversität Krems über die Kent State University, Department of Criminology im US-Staat Ohio, die Universität Turku in Finnland bis zur Europäischen Detektiv-Akademie in Wien. Bis zuletzt war er Vorsitzender des Schiedsgerichts der Vereinigung Kriminaldienst Österreich.

Neben den kritischen Publikationen blieb auch Zeit für humoristische Veröffentlichungen und Auftritte: Mit Peter Steinbach brachte er 2006 "Die letzten fünf Meter grüner Stoff" heraus. Zur Erklärung: Die Polizeiuniformen waren einmal grün, in der satirischen Krimiserie "Kottan ermittelt" hieß es dementsprechend einmal "fünf Meter grüner Stoff und a bled's G'sicht". 2009 folgte "G'schmierte, Kieberer und die Häh'" - alles Wiener Dialektausdrücke für (Kriminal-)Polizisten bzw. die Polizei - wieder mit Peter Steinbach, wobei Michael Haas Gedichte beisteuerte. Dazu kamen kabarettistische Auftritte.

Nach Informationen der APA starb Max Edelbacher am vergangenen Wochenende in einem Krankenhaus.

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