Kritik an Ausbauplänen für Galleria Borghese in Rom
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von AgenturenDie Galleria Borghese beherbergt Meisterwerke von Tizian bis Raffael
Bild: APA/APA/AFP/TIZIANA FABI
Pläne zum Ausbau der berühmten Galleria Borghese in Rom, in der Meisterwerke von Künstlern wie Gian Lorenzo Bernini, Caravaggio, Raffael und Tizian aufbewahrt sind, sorgen für Empörung in Rom. Untergebracht ist die Sammlung in einer Villa aus dem 17. Jahrhundert, die sich inmitten der weitläufigen Parkanlage der Villa Borghese mit ihren Gärten und Brunnen befindet.
Die bisher nur in einer frühen Phase diskutierten Ausbaupläne sehen einen Neubau in unmittelbarer Nähe der Galerie vor. Dadurch könnte das Museum mehr Werke aus der eigenen Sammlung zeigen, von denen sich derzeit viele in Depots befinden, und zugleich die Zahl der Besucher erhöhen. Derzeit lässt das Museum pro Zeitfenster maximal 180 Personen ein. Die Tickets sind oft Wochen im Voraus ausverkauft, sodass zahlreiche Touristen leer ausgehen.
Internationaler Architekturwettbewerb erwogen
Die Museumsleitung argumentiert, dass zusätzliche Ausstellungsflächen dringend benötigt werden. Zudem wird ein internationaler Architekturwettbewerb für die Gestaltung des Erweiterungsbaus erwogen. Weitere Informationen zu dem Projekt sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden.
Mehrere Denkmalschutzorganisationen warnen jedoch davor, dass ein Neubau das empfindliche Gleichgewicht zwischen Kunst und Natur zerstören könnte, das in der historischen Anlage seit mehr als vier Jahrhunderten erhalten geblieben ist.
Noch keine Bewilligung
Auch Kunsthistoriker kritisieren die Pläne scharf. Die Stadtverwaltung von Rom bestätigte, dass sie einer ersten Machbarkeitsprüfung durch das Museum zugestimmt habe. Dies bedeute jedoch keine endgültige Genehmigung. Berichte, wonach die Stadt den Ausbau bereits gebilligt habe, wurden zurückgewiesen.
Seit dem Ende der COVID-19-Pandemie erlebt Rom einen starken Anstieg des Tourismus. Im vergangenen Jahr wurden mit 22,9 Millionen Besuchern in registrierten Unterkünften so viele Touristen gezählt wie nie zuvor - vor zehn Jahren waren es noch rund 14 Millionen.






