LASK nach turbulenten sechs Jahrzehnten wieder an der Spitze
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von AgenturenDer LASK kann nach über 60 Jahren wieder feiern
Bild: APA/APA/WOLFGANG JANNACH/WOLFGANG JANNACH
Nach über sechs wechselvollen Jahrzehnten, gesäumt von sportlichen und wirtschaftlichen Berg- und Talfahrten, ist der LASK an die Spitze des österreichischen Clubfußballs zurückgekehrt. Durch den klaren 3:0-Auswärtserfolg bei der Wiener Austria stehen die Linzer seit Sonntag als Meister und Double-Gewinner fest. Der Cupsieg wurde am 1. Mai mit einem 4:2 nach Verlängerung über Altach fixiert. Damit gelang dem LASK ein Husarenstück wie 1965.
Auch damals krönten sich die Oberösterreicher zum Meister und Pokalsieger und avancierten damit zum ersten österreichischen Champion, der nicht in Wien beheimatet ist. Lang hielt sich der LASK danach jedoch nicht in den Top-Positionen, 1978 musste sogar der Abstieg verdaut werden. Immerhin gelang postwendend die Rückkehr ins Oberhaus. In den 1980er Jahren gab es keine Titel, dafür aber eine Europacup-Sternstunde: 1985 wurde im UEFA-Cup im Linzer Stadion das mit Weltklassekickern gespickte Inter Mailand mit 1:0 besiegt. Im Rückspiel setzte es ein 0:4.
Diese Highlights konnten den schleichenden Niedergang des LASK nicht verhindern. 1989 musste man den Gang in die 2. Liga antreten, erst fünf Jahre später ging es wieder eine Stufe hinauf - ehe man 1995 aufgrund schwerer finanzieller Turbulenzen Konkurs anmelden musste und gerade noch eine Liquidierung abwenden konnte. Heiß her ging es auch 1997 im Zuge der umstrittenen Fusionierung mit dem Stadtrivalen FC Linz und 1998 durch den Zusammenbruch der Riegerbank von Clubchef Wolfgang Rieger.
Tiefpunkt Lizenzverweigerung 2012
Finanzielle Probleme waren in dieser Zeit ebenso wie nach der Übernahme durch Peter Michael Reichel im Jahr 2000 ein ständiger Wegbegleiter und leisteten einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Abstieg 2001. Erst sechs Jahre später glückte die Rückkehr, schon 2011 stürzte man wieder in die zweithöchste Liga ab. Der Tiefpunkt war im Frühjahr 2012 erreicht, als der LASK keine Lizenz für die Folgesaison erhielt und deshalb in der Regionalliga antreten musste.
Danach ging es langsam, aber stetig bergauf, auch dank des Einstiegs der "Freunde des LASK", die 2013 Reichels Ära beendeten. Oliver Glasner wurde als Trainer engagiert, führte die Linzer 2017 in die Bundesliga und dort auf Anhieb auf Endrang vier. Unter Glasners Nachfolger Valerien Ismael stand der LASK am Ende des Grunddurchgangs 2019/20 auf Platz eins. Dann aber kam Corona, der Nachweis von Verstößen gegen die Hygieneregeln im Training, ein daraus resultierender Vier-Punkte-Abzug und am Ende Rang vier. Die Pandemie brachte die Linzer auch um ein ausverkauftes Heimmatch gegen Manchester United, das Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen die "Red Devils" ging vor leeren Rängen in Szene - sehr zum Ärger von Siegmund Gruber, damals wie heute der starke Mann des LASK.
Der Clubchef stellt Budgets auf, die zu den höchsten im Land gehören. Unter Grubers Führung gelang auch die Errichtung der Raiffeisen Arena, der 2023 eröffneten neuen Heimstätte, die auch regelmäßig Schauplatz von Länderspielen ist. Dennoch wird Grubers Handeln von großen Teilen der organisierten Fanszene durchaus kritisch gesehen, etwa die von einem Sponsor betriebene Umfärbung des LASK-Trikots auf die Farbe Pink. Noch in der Anfangsphase dieser Saison wurde ein Stimmungsboykott angekündigt. Doch je größer später die Erfolge wurden, desto kleiner wurden die Fanproteste.
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