Live Nation in USA wegen illegaler Monopolbildung verurteilt

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von Agenturen

Veranstalter Live Nation in den USA verurteilt

Bild: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/MARIO TAMA


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Ticketmaster und die Muttergesellschaft Live Nation haben den US-Markt für Veranstaltungen illegal monopolisiert - so das Urteil am Mittwoch in New York nach einem Prozess über die Geschäftspraktiken der Unternehmen im Umgang mit Veranstaltungsorten und Künstlern. Das Geschworenengericht kam laut Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass durch wettbewerbswidriges Verhalten der Musikindustrie geschadet und überhöhte Preise von Konzertbesuchern verlangt wurden.

Das Urteil ist eine Rüge für den größten US-Konzertkartenverkäufer, der von Fans und Künstlern, darunter Taylor Swift, kritisiert wurde. Der zuständige Richter Arun Subramanian muss nun über Schadenersatzzahlungen und weitere Auflagen entscheiden, darunter eine mögliche Aufspaltung von Live Nation und Ticketmaster. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta nannte das Urteil einen "historischen Sieg" für Künstler, Fans und "die Veranstaltungsorte, die sie unterstützen".

Aktien von Ticketkonkurrenten stiegen in der Hoffnung auf mehr Wettbewerbsraum. Live Nation hat mehrere Klagen anhängig, die das Urteil untergraben könnten. Sollte es Bestand haben, drohen dem Unternehmen weitere Gerichtsverfahren. "Eine Jury hat bestätigt, was wir schon lange wissen: Live Nation und Ticketmaster verstoßen gegen das Gesetz und kosten die Konsumenten dadurch Millionen von Dollar", sagte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James.

Kartellklage trotz außergerichtlicher Einigung vorangetrieben

Wenige Tage nach Prozessbeginn hatte das Unternehmen eine außergerichtliche Einigung mit dem Justizministerium erzielt, die unter anderem Entschädigungszahlungen und den Verkauf mehrerer Veranstaltungsorte vorsah. Doch ein Bündnis von Bundesstaaten trieb die Kartellklage vor Gericht weiter voran. Live Nation verwies darauf, dass noch mehrere Anträge geprüft werden müssten und kündigte an, Berufung einzulegen, falls diese zurückgewiesen würden. Das Unternehmen schätzt den zu zahlenden Schadensersatz auf unter 350 Millionen Dollar (297,11 Mio. Euro), 280 Millionen Dollar habe man für die außergerichtliche Einigung zurückgestellt.

Fans und Politiker hatten verstärkt gefordert, die Übernahme von Ticketmaster durch Live Nation im Jahr 2010 zu untersuchen, nachdem Swift-Fans stundenlange Online-Warteschlangen für Tickets ihrer "Eras"-Tour 2022 in Kauf nehmen mussten. Das US-Justizministerium und 40 Bundesstaaten gingen juristisch gegen Live Nation Entertainment vor.

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