NATO-Luftverteidigungseinsatz
Luftalarm in Lettland: Kampfjets schießen Drohne ab
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von Quelle: APA, JOYN NewsZEIT IM BILD 2
Leipzig-Drohne: DNA führt zu russischem Geheimdienst
Videoclip • 02:49 Min
Kampfjets haben im Rahmen eines NATO-Luftverteidigungseinsatzes am frühen Freitagmorgen im lettischen Luftraum eine Drohne abgeschossen. Dies teilten die Streitkräfte des baltischen Landes auf der Plattform X mit. Demnach haben italienische Eurofighter das Flugobjekt vom Himmel geholt. Details zur Herkunft der Drohne wurden zunächst nicht genannt. Nach dem Vorfall hob Lettland einen zuvor ausgerufenen Luftalarm wieder auf. Finnland richtete inzwischen eine Sperrzone ein.
Das Wichtigste in Kürze
Italienische Eurofighter haben im Rahmen des NATO-Luftraumschutzes über Lettland eine ausländische Drohne abgeschossen, vermutlich eine durch russische elektronische Kriegsführung fehlgeleitete ukrainische Drohne.
Gleichzeitig wurden bei einem russischen Bombenangriff auf Kramatorsk mindestens 15 Menschen verletzt, eine Person starb.
Die Streitkräfte hatten die Menschen in dem Baltenstaat aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen. Das Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der Region Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag der Schluss nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.
Kiew hatte nach Angaben des lettischen Rundfunks in der Nacht Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen. Bereits Anfang Juni hatten NATO-Kampfjets über Lettland eine fehlgeleitete Drohne abgeschossen.
Wiederholte Drohnenvorfälle mit ukrainischen Drohnen
Der EU- und NATO-Staat Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern grenzt im Osten an Russland. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in dem Baltenstaat gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren mehrfach fehlgeleitete unbemannte Flugkörper, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte, in den lettischen Luftraum eingedrungen und abgestürzt.
Größere Schäden oder Verletzte gab es dabei nicht. Die Vorfälle lösten aber eine politische Krise in Lettland aus und führten zu einem Regierungswechsel. Die neue Regierung hatte kurz nach ihrem Amtsantritt Ende Mai ein Abkommen mit der Ukraine zu einer stärkeren Zusammenarbeit bei der Drohnenabwehr geschlossen.
Größere NATO-Staaten übernehmen im Baltikum abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedsstaaten Estland, Litauen und Lettland, die keine eigenen Kampfjets besitzen. Die italienischen Kampfjets sind auf dem Militärflughafen Siauliai (Litauen) stationiert.
Finnland richtet Sperrzone ein
Unterdessen richtete Finnland im östlichen Golf von Finnland als Vorsichtsmaßnahme vor möglichen Drohnen eine vorübergehende Sperrzone für den Luft- und Schiffsverkehr ein. In der Nacht auf Freitag hatte Russland nach Angaben des regionalen Gouverneurs Alexander Drosdenko 15 Drohnen in der Region Leningrad abgeschossen, wie dieser auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte. Das Gebiet grenzt an Finnland und Estland und schließt die Millionenmetropole St. Petersburg ein, die ein wichtiger Exportknotenpunkt des Landes ist.
Die nördlichen NATO-Nachbarn Russlands verschärfen derzeit die Sicherheitsvorkehrungen rund um Staudämme, Kraftwerke und Erdgasinfrastruktur. Hintergrund ist die wachsende Sorge, dass die Regierung in Moskau einen Angriff unter falscher Flagge mit ukrainischen Drohnen auf diese Einrichtungen inszenieren könnte. Seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 kommt es in den Nachbarländern immer wieder zu Luftalarmen und Drohnenabschüssen.
Schwerer russischer Bombenangriff auf Kramatorsk
Durch einen russischen Bombenangriff auf die frontnahe Stadt Kramatorsk in der Ostukraine wurden unterdessen nach Behördenangaben mindestens 15 Menschen verletzt. Es gebe bisher einen Toten, teilte der Militärverwalter des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, in der Nacht auf Freitag auf Telegram mit. Seinen Angaben zufolge wurde die Stadt achtmal aus der Luft angegriffen, mutmaßlich mit Gleitbomben. In einem großen Wohnblock sei ein Brand ausgebrochen.
Filaschkin riet den Einwohnern von Kramatorsk, in weniger gefährdete Gebiete der Ukraine umzusiedeln. Die Industriestadt hatte vor dem Krieg etwa 58.000 Einwohner. Die vordersten russischen Stellungen sind derzeit etwa 20 Kilometer entfernt. Immer wieder wird Kramatorsk beschossen. Die Ukraine wehrt sich seit fast viereinhalb Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion.
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