Manöver mit Belarus: Russland präsentiert sich als Atommacht

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von Agenturen

Belarussischer Präsident Lukaschenko bei Manöver

Bild: APA/APA/Belarusian presidential press service/HANDOUT


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Angesichts zunehmender Spannungen mit der NATO und des auf russisches Gebiet übergreifenden Ukraine-Kriegs hat Russland seine Rolle als Atommacht unterstrichen. Präsident Wladimir Putin und sein belarussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko beaufsichtigten am Donnerstag den Abschluss eines dreitägigen Manövers der russischen Nuklearstreitkräfte mit dem belarussischen Militär. Der Einsatz von Atomwaffen sei das letzte Mittel, so Putin laut Minsker Verteidigungsministeriums.

Derartige Waffen garantierten die Souveränität beider Staaten. Lukaschenko sagte der Nachrichtenagentur BELTA zufolge, sein Land werde sich nicht in den Ukraine-Krieg hineinziehen lassen. Im Falle eines Angriffs würden sich Russland und Belarus jedoch gemeinsam verteidigen. An den am Dienstag begonnenen großangelegten Übungen in Russland und Belarus nahmen rund 64.000 Soldaten teil. Daran waren die Strategischen Raketentruppen, die Nord- und die Pazifikflotte sowie die Fernfliegerkräfte beteiligt. Zudem kamen Einheiten aus Militärbezirken im europäischen Teil Russlands zum Einsatz.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, im Rahmen der Manöver seien eine ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Jars sowie eine Zirkon-Hyperschallrakete abgefeuert worden. Darüber hinaus sei nukleare Munition an Feldlager in Belarus geliefert worden. Eine belarussische Raketeneinheit trainierte russischen Angaben zufolge die Übernahme von Spezialmunition für das mobile taktische Raketensystem Iskander-M. Russland präsentierte bei den Übungen auch ein atomgetriebenes U-Boot der Borej-Klasse, Kampfflugzeuge und Langstreckenbomber.

Die Manöver fanden vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Lage zwischen Moskau und den europäischen NATO-Mitgliedern statt. Die Ukraine hatte ihre Drohnenangriffe zuletzt bis weit nach Russland hinein ausgeweitet. In diesem Zusammenhang beschuldigt Russland die baltischen Staaten, der Ukraine Flüge über ihr Territorium zu gestatten, um Ziele im Norden Russlands anzugreifen. Die NATO weist dies zurück. Die baltischen Staaten wiederum beschuldigen Russland, ukrainische Drohnen in ihren Luftraum umzuleiten. Für zusätzliche Brisanz sorgten zuletzt Äußerungen des litauischen Außenministers Kestutis Budrys, wonach die Nato Moskau zeigen müsse, dass sie in die russische Exklave Kaliningrad eindringen könne. Der Kreml kritisierte dies am Mittwoch als an Wahnsinn grenzend.

Ukraine verstärkt zur Abschreckung Grenzschutz

Die Ukraine hat aus Furcht vor einem neuen Angriff aus dem Nachbarland und Russland-Verbündeten Belarus seinen Grenzschutz in den nördlichen Gebieten verstärkt. Soldaten und Geheimdienstmitarbeiter würden "verstärkte Sicherheitsmaßnahmen" entlang der Grenze vornehmen, darunter Personenkontrollen, erklärte der ukrainische Geheimdienst SBU am Donnerstag. Der verschärfte, ukrainische Grenzschutz gegenüber Belarus soll laut dem SBU als "wirksames Abschreckungsmittel gegen jegliche aggressiven Handlungen oder Einsätze des Feindes und seines Verbündeten" dienen. Russland und Belarus haben in den vergangenen Tagen mehrere gemeinsame Militärmanöver durchgeführt.

Russland hat während seines seit über vier Jahren andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine wiederholt mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Im vergangenen Jahr stationierte Russland dann seine jüngste atomwaffenfähige Hyperschallrakete, Oreschnik, in Belarus. Russland hatte bereits zu Kriegsbeginn 2022 das Territorium von Belarus als einen Ausgangspunkt für seine Invasion in der Ukraine genutzt.

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