Brenner-Demo: Appelle in Deutschland und Südtirol
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von AgenturenDer Brenner-Korridor ist am 30. Mai über eine weite Strecke gesperrt.
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HANS KLAUS TECHT
Im Vorfeld der Demonstration auf bzw. bei der Tiroler Brennerautobahn (A13) am Samstag, den 30. Mai, inklusive Totalsperre des Brennerkorridors haben auch die offiziellen Stellen in Deutschland und Südtirol Appelle ausgesprochen. Das Auswärtige Amt in Berlin warnte am Donnerstag vor Staus am Brenner und riet Reisenden bzw. Urlaubern aus der Bundesrepublik, Tirol an diesem Tag weiträumig zu umfahren. Das Land Südtirol bat, auf nicht notwendige Autofahrten zu verzichten.
In Berlin sprach man - basierend auf entsprechenden Aussendungen des Landes Tirol - von massiven Staus und Wartezeiten vor den Sperrpunkten sowie verstärkten Verkehrskontrollen, mit denen zu rechnen sei. Auch an den Tagen vor und nach der Blockade sei starker Verkehr zu erwarten. Hingewiesen wurde laut der Nachrichtenagentur dpa auch auf die Verkehrskontrollen an den Tiroler Landesgrenzen.
In Südtirol betonte man überdies, dass man an jenem Samstag von der Brennerautobahn (A22) an der Abfahrt Sterzing von 10.30 Uhr bis 20.00 Uhr verpflichtend ausfahren müsse. Sollte sich Rückstau bilden, würden Autofahrer in Vahrn, bei Bedarf auch in Klausen und sukzessive weiter südlich bei den Ausfahrten Bozen angewiesen werden, die Autobahn zu verlassen. Für den Schwerverkehr werde von 7.00 bis 20.00 Uhr auf dem gesamten ordentlichen Straßennetz des Landesgebietes und auf der Autobahn in Fahrtrichtung Norden ein Fahrverbot gelten - mit Ausnahme der in der Verordnung genannten Kategorien, etwa dem Transport verderblicher Ware. Bereits vor 11.00 Uhr sowie nach 19.00 Uhr könne es zu Verkehrsbehinderungen, Staus und Einschränkungen kommen. Auch am Freitag, 29. Mai, und am Sonntag, 31. Mai, seien Beeinträchtigungen möglich.
Keine Einschränkungen im Bahnverkehr
Der öffentliche Personenverkehr solle indes fahrplanmäßig verkehren. Im Bahnverkehr seien derzeit keine Einschränkungen geplant. Sollte es bei den Railjet- oder Eurocity-Zügen über den Brenner zu Ausfällen kommen, könne aufgrund der Straßensperre kein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Die Fahrgäste können in diesem Fall im Rahmen der verfügbaren Plätze auf den Regionalverkehr ausweichen, hieß es. Bei den Zügen seien - wie bei den Bussen - aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens und der hohen Nachfrage Verspätungen, Ausfälle und Überfüllungen möglich.
Die Brenner-Demo bei Matrei am Brenner, die nunmehr die Wogen hochgehen lässt, war vom Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, als Privatperson vor allem wegen der überbordenden Verkehrsbelastung beantragt worden. Die Kundgebung war von der Bezirkshauptmannschaft zweimal nicht erlaubt worden. Das Tiroler Landesverwaltungsgericht gab indes im April einer Beschwerde gegen den entsprechenden Bescheid wegen Rechtswidrigkeit bzw. Verletzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit statt. Daraufhin untersagte die Behörde die Demonstration nicht. Ende April wurde schließlich ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Dieses enthält eine Totalsperre der Brennerautobahn sowie der Brennerstraße (B182) und der Ellbögener Straße (L38) am Tag der Demo, von 11.00 bis 19.00 Uhr.
Dem "transitierenden Verkehr", ob Pkw oder Lkw, werde es zumindest in der betreffenden Zeit nicht möglich sein, durch Tirol über den Brenner nach Süden oder Richtung Norden zu fahren. Ausweichrouten gebe es nicht. Ausgenommen sei davon nur der "Ziel- oder Quellverkehr". Für den Transit-Lkw über 7,5 Tonnen gilt das Fahrverbot auf der Nord-Süd-Strecke über den Brenner zudem bereits ab 9.00 Uhr. Die Verantwortlichen sprachen von einschneidenden Maßnahmen, die es in dieser Intensität in Tirol noch nie gegeben habe. Ein Großaufgebot der Polizei werde im Einsatz sein, es werden umfassende Kontrollen durchgeführt werden.
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