Momentum: Ungleiche Belastung bei Pensionen berücksichtigen
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von AgenturenDie unterschiedliche Arbeitsbelastung zeigt sich im Alter
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Das gewerkschaftsnahe Momentum Institut hat anlässlich des Weltgesundheitstages die Arbeitsbelastung im Berufsleben analysiert und ist dabei zum Schluss gekommen, dass körperliche Belastungen ungleich verteilt sind. Auch steigen die Krankenstände mit dem Alter deutlich an. Diese Realität dürfe nicht ignoriert werden, wenn über ein höheres Pensionsantrittsalter diskutiert wird, hieß es.
Beschäftigte ohne Matura seien deutlich häufiger körperlichen Belastungen ausgesetzt, wie Daten aus dem österreichischen Gesundheitsbericht zeigten. Während höher Gebildete vor allem unter intensiver Bildschirmarbeit leiden - fast jede zweite Person (48 Prozent) berichtet von starker Augenbelastung - sind Arbeitnehmer mit Pflichtschul-, Lehr- oder BMS-Abschluss überproportional von klassischer körperlicher Arbeit betroffen. Vier von zehn Beschäftigten (40 Prozent) mit niedriger oder mittlerer Bildung geben an, regelmäßig monotone Hand- oder Armbewegungen auszuführen. Unter höher Gebildeten ist das nur jede vierte Person (25 Prozent).
"Gesundheitliche Belastungen im Beruf sind sozial ungleich verteilt", erklärte Paul Steinmaßl, Ökonom am Momentum Institut. Besonders deutlich werde dies beim Heben schwerer Lasten: Mehr als ein Drittel der Beschäftigten mit maximal Pflichtschulabschluss (37 Prozent) oder Lehr-/BMS-Abschluss (36 Prozent) seien davon betroffen. Dem stünden nur 12 Prozent bei Personen mit höherer Bildung gegenüber.
Unfallrisiko ungleich verteilt, mehr Krankenstände bei Älteren
Auch das Unfallrisiko sei ungleich verteilt. Rund 30 Prozent der Beschäftigten mit niedriger oder mittlerer Bildung berichten von erhöhten Unfallgefahren im Job, bei höher Gebildeten sei dies nur jeder Zehnte.
Weil die gesundheitliche Belastung mit dem Alter steigt, nehme freilich auch die Krankenstandsquote zu, wie Daten aus dem Fehlzeitenreport des WIFO zeigten. Während Beschäftigte mittleren Alters rund vier Prozent ihrer Arbeitszeit im Krankenstand sind, liege die Quote bei den 60- bis 64-Jährigen bereits bei 7,5 Prozent (Männer) bzw. 8,5 Prozent (Frauen). Das ist mehr als doppelt so hoch wie bei den 45- bis 49-Jährigen.
Gesundheitspolitik müsse Unterschiede berücksichtigen
"Viele Menschen erreichen die Pension heute schon nicht gesund. Wer ein höheres Pensionsalter fordert, blendet die ungleiche Verteilung von Belastungen im Arbeitsleben aus", so Steinmaßl. Eine gerechte Gesundheitspolitik müsse daher diese Unterschiede berücksichtigen.
Empfohlen wird von den Experten des Momentum Instituts etwa eine nachhaltige Finanzierung von Kassen, Spitälern und Primärversorgungszentren. Einsparungen hingegen würden den Trend zur Zwei-Klassen-Medizin verschärfen und den Zugang zu Versorgung verschärfen.
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