Nationenwechsel als glücklicher "Zufall" für Potapova

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von Agenturen

Potapova gewann die jüngsten zwei Duelle mit Gauff

Bild: APA/APA (AFP)/OSCAR DEL POZO


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Ein Tennis-Schmankerl wartet in der dritten Runde der French Open auf Anastasia Potapova. Österreichs Nummer eins bekommt es am Samstag (nicht vor 16.00) mit Titelverteidigerin Coco Gauff zu tun und blickt dem Duell begeistert entgegen. Nach ihrem Zweitrundenerfolg am Donnerstag äußerte sich die 26-Jährige auch ganz offen zu den Umständen ihres Nationenwechsels. "Es war Zufall", betonte Potapova, die aufgrund ihrer einstigen Staatsangehörigkeit mit Problemen zu kämpfen hatte.

"Ich muss ehrlich sein. Am Anfang war es Zufall", erklärte die gebürtige Russin, die nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine eigenen Angaben nach mehrere Optionen auf dem Tisch liegen hatte. "Er (der österreichische, Anm.) ist einer der besten Pässe, es ist eines der besten Länder in der EU." Ihre Anwälte hätten ihr eine 50:50-Chance eingeräumt. "Ich habe mich dann für Österreich entschieden und bin dabei geblieben." Sie habe den Pass wegen ihrer sportlichen Erfolge erhalten. "Er ist schwer zu bekommen, auch wenn du gut bist."

Potapova berichtete nicht zuletzt von ständigen Visa-Problemen. "Manche haben gesagt, es ist dumm, wegen der Visas (die Staatsbürgerschaft, Anm.) zu wechseln. Aber diese Leute haben diese Probleme nie gehabt. Das ist wirklich schwierig", sagte die 25-Jährige, die nun "wirklich glücklich" sei - in jeder Hinsicht. "Es gibt viel mehr Möglichkeiten, sich auf und abseits des Platzes zu entwickeln", betonte Potapova, berichtete aber auch von der wohltuenden Wirkung der rot-weiß-roten Fan-Unterstützung. "Das macht mich sehr glücklich, ich hatte noch nie so viel Support. Vielleicht gibt mir das auch mehr Power."

Potapova visiert zweites Major-Achtelfinale an

Das Stelldichein mit Gauff ist der Lohn für einen kämpferischen Auftritt in der zweiten Runde, in der sich die 25-jährige Potapova am Donnerstag von einem Satzrückstand gegen die Britin Katie Boulter nicht beeindrucken ließ und sich gegen die Nummer 71 der Welt schließlich 5:7,6:4,6:2 durchsetzte. Damit erreichte sie zum sechsten Mal in ihrer Karriere bei einem Major die dritte Runde - bisher freilich auch eine Art gläserne Decke. Nur einmal - 2024 in Paris - gelang ihr der Achtelfinaleinzug. Damals unterlag sie dort der späteren Championesse Iga Swiatek.

Die 22-jährige Gauff, aktuell Nummer vier der Welt, feierte am Donnerstag mit dem 6:3,6:2 gegen die Ägypterin Mayar Sherif ihren 80. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Die US-Amerikanerin ist damit die erste Frau seit Maria Sharapova 2008, die diese Marke vor ihrem 23. Geburtstag erreicht. Sie ist für Potapova keine Unbekannte. 2023 in Stuttgart auf Sand (6:2,6:3) und in Miami auf Hardcourt (6:7/8,7:5,6:2) verließ die damals noch für Russland spielende Potapova als Siegerin den Platz, davor setzte es zwei Niederlagen. "In den letzten beiden Duellen habe ich herausgefunden, was ihr nicht liegt", meinte Potapova. "Ich habe einen Plan. Die Schlüssel werden sein, bis zum letzten Punkt zu kämpfen und dem Spielplan zu folgen."

"Ich mag das Publikum"

Auf dem rund 15.000 Zuschauer fassenden Centre Court aufzutreten, sei ein weiterer Motivationsschub. "Ich habe nie ein Problem damit gehabt, auf den großen Plätzen zu spielen. Ich genieße das, fühle mich dort wohl. Ich mag das Publikum, das war schon als Nachwuchsspielerin so", erklärte sie. Das passt auch bestens zu ihren durchaus emotionalen Auftritten. "Ich bin kein ruhiger Mensch, es stört mich nicht, im Zentrum zu stehen. Das ist meine Art, mit Problemen am Court umzugehen. Solange ich rede, fluche oder meinen Schläger schmeiße, gebe ich mein Bestes. Wenn ich einmal nichts mehr rede, dann ist es vorbei."

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