Netanyahu ordnet Verstärkung von Angriffen auf Hisbollah an
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von AgenturenImmer wieder flammen Kämpfe auf
Bild: APA/APA/AFP/-
Israel befindet sich laut Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in einem "Krieg mit der Hisbollah". Die Angriffe würden verstärkt und die Intensität erhöht, kündigte Netanyahu auf Telegram an. Die Hisbollah-Miliz greife Israel mit verschiedenen Arten von Drohnen an, sagte Netanyahu weiter. Ein Spezialteam arbeite daran, dieses Problem zu lösen. Eigentlich gilt zwischen Israel und dem Libanon seit Mitte April eine Waffenruhe, die Angriffe wurden aber nicht eingestellt.
Nach Angaben des Ministerpräsidenten haben die israelischen Streitkräfte in den vergangenen Wochen mehr als 600 Kämpfer der Hisbollah-Miliz getötet. Netanyahu bezeichnete die Mitglieder der schiitischen Organisation als Terroristen. "Aber wir nehmen den Fuß nicht vom Gas", sagte Netanyahu. "Im Gegenteil, ich habe gesagt, man solle noch stärker aufs Gas drücken. Wir werden sie hart treffen."
Israels Armee meldet Angriffe auf 70 Ziele
Die israelische Armee gab auf X bekannt, sie habe mehr als 70 Standorte und Ziele der Hisbollah im Libanon angegriffen. Allein in der Umgebung der südlibanesischen Küstenstadt Tyros seien es zehn Kommandozentralen sowie Waffenlager gewesen. Diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Die Hisbollah teilte unterdessen mit, dass sie am Montag erneut mehrere Ziele in Israel angegriffen habe. Es seien im Norden des Nachbarlandes drei Armee-Kasernen und ein Militärstützpunkt ins Visier genommen worden, erklärte die pro-iranische Miliz. Die Attacken auf die israelischen Militäreinrichtungen seien in kurzen Abständen erfolgt. Sie begründete ihre Angriffe mit "Verstößen gegen die Waffenruhe" durch Israel, das seinerseits eine Verstärkung der Angriffe im Libanon angekündigt hat.
Zwischen Israel und der Hisbollah gilt seit April 2026 eigentlich eine Waffenruhe. Die gegenseitigen Angriffe wurden jedoch nicht eingestellt. Israel verbleibt auch mit Truppen im Südlibanon. Die Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel ab.
Flucht aus dem Süden Beiruts
Aus Sorge vor einer israelischen Offensive flohen libanesischen Sicherheitskreisen zufolge zahlreiche Menschen aus den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut. Israel betrachtet diese Gebiete als Hochburg der Hisbollah.
Netanyahu steht innenpolitisch unter Druck. Die rechtsextremen Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben Gvir forderten am Montag als Reaktion auf die Drohnenangriffe eine Wiederaufnahme der Bombardierungen Beiruts. Für jede Drohne müssten zehn Gebäude in der libanesischen Hauptstadt fallen, erklärte Finanzminister Smotrich.
Israel forderte zur Evakuierung von zehn Dörfern auf
Die israelische Armee hatte davor am Montag eine neue Evakuierungsaufforderung für die Bewohner von zehn Dörfern im Süden des Libanon herausgegeben. "Angesichts der Verletzung des Waffenruheabkommens durch die Hisbollah sind die israelischen Streitkräfte gezwungen, mit Gewalt gegen die Miliz vorzugehen", erklärte der arabischsprachige Sprecher der Armee, Avichay Adraee, am Montag im Onlinedienst X.
Indessen forderte Libanons Präsident Aoun wieder Israels Rückzug aus dem Südlibanon. In einer Stellungnahme bezeichnete Aoun den Rückzug als eine "unerschütterliche, nationale Forderung". Zuvor hatte die israelische Armee sich an Bewohner der entsprechenden Dörfer, deren größter Teil in der Region Nabatäa liegt, gewandt. Die Bewohner sollten sich "mindestens 1.000 Meter" von ihren Häusern entfernen und "auf offene Flächen begeben", schrieb Adraee.
Israelischer Soldat getötet
Die Evakuierungsaufforderung erfolgte nach dem Tod eines israelischen Soldaten bei Kämpfen im Südlibanon. Der 19-Jährige sei "im Kampf gefallen", teilte die israelische Armee am Montag mit. Ein weiterer Soldat sei bei dem Vorfall schwer verletzt worden. Der 19-Jährige ist der 23. israelische Soldat, der seit dem Wiederaufflammen des Konflikts zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs getötet wurde. Zudem wurde ein Zivilbeschäftigter der israelischen Armee getötet.
Auf libanesischer Seite sind laut Behördenangaben bereits mehr als 3.000 Menschen getötet worden. Davon sind Rettungskräfte und medizinisches Personal nicht ausgenommen - sie zählten 123 Todesopfer, wie das libanesische Gesundheitsministerium bekannt gab.
Eskalation könnte auch Verhandlungen mit Iran gefährden
Die Eskalation droht auch die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein Ende ihres Krieges zu belasten. Der Iran macht einen Stopp der israelischen Angriffe im Libanon zur Bedingung für ein Abkommen.
Ein US-Regierungsvertreter warf der Hisbollah vor, Aufforderungen zur Einstellung des Beschusses auf Israel ignoriert zu haben. Die Miliz versuche, die von den USA vermittelten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zu torpedieren. Von Israel könne nicht erwartet werden, Angriffe auf seine Streitkräfte und Zivilisten passiv hinzunehmen.
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