Neue Siedlergewalt im Westjordanland - Moschee angezündet

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Israelischer Siedler im Westjordanland

Bild: APA/APA/AFP/ILIA YEFIMOVICH


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Israelische Siedler haben palästinensischen Medienberichten zufolge am Freitagmorgen mehrere Dörfer im Westjordanland angegriffen. Im palästinensischen Dorf Jibiya in der Nähe von Ramallah wurde eine Moschee in Brand gesetzt, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA. Die Siedler hätten auch mehrere Fahrzeuge angezündet und Hassgraffiti an Gebäuden hinterlassen. In einem Dorf in der Nähe von Nablus hätten die Angreifer Türen eingerissen und für Panik gesorgt.

Das palästinensische Religionsministerium sprach laut WAFA von einem "feigen Terrorakt". Vom israelischen Militär gab es zunächst keine Bestätigung der Vorfälle. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler im besetzten Westjordanland deutlich zugenommen. Im Ort Siwad etwa griffen Siedler palästinensische Bauern mit Baseballschlägern an, wie das UNO-Nothilfebüro (OCHA) berichtete. Darüber hinaus hätten die Siedler immer wieder palästinensisches Eigentum beschlagnahmt und Zufahrtsstraßen unter dem Schutz israelischer Streitkräfte blockiert. Dadurch hätten palästinensische Bauern ihre eigenen Felder nicht erreichen können und seien gezwungen gewesen, das Land zu verlassen.

Der für das Westjordanland zuständige israelische Kommandant Avi Bluth hatte die Siedlergewalt zuletzt klar verurteilt. Den israelischen Sicherheitskräften wird jedoch weiterhin vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen. Israel billigte laut Medienberichten zuletzt 34 neue Siedlungen im Westjordanland. Die Siedlungen sind nach Völkerrecht illegal und müssten laut dem Internationalen Gerichtshof so schnell wie möglich geräumt werden.

Stimmung ist aufgeheizt

Die Berichte über die neue Gewalt kommen einen Tag nach einem umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem. Zehntausende nationalistische Israelis zogen dort unter massivem Polizeischutz durch die Altstadt, auch durch muslimische Viertel. Medien berichteten von anti-arabischen Parolen, Angriffen auf Bewohner und beschädigten Schaufenstern. Der 15. Mai ist zudem für Palästinenser der Tag der Nakba (Arabisch für "Katastrophe" oder "Unfall"), an dem einen Tag nach dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung vom 14. Mai 1948 an die Zerstörung palästinensischer Dörfer und die Vertreibung der Einwohner erinnert wird.

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