NGO beklagt 800 Tote im Mittelmeer seit Jahresbeginn

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von Agenturen

Gekentertes Flüchtlingsboot vor Libyen

Bild: APA/APA/SEA-WATCH (Themenbild)/FABIAN MELBER


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Nachdem bei einem Bootsunglück im Mittelmeer mehr als 80 Migranten vermisst werden, beklagt die Hilfsorganisation "Save the Children", dass bereits mehr als 800 Menschen in diesem Jahr bei Seefahrten über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind. "Seit 2014 sind fast 34.500 Menschen im Mittelmeer gestorben oder verschwunden, während sie versuchten, eine mögliche bessere Zukunft zu erreichen", so die Hilfsorganisation in einer Presseaussendung.

"Allein in diesem Jahr gibt es bereits mehr als 800 Opfer, darunter auch viele Kinder: In den letzten drei Jahren waren es jährlich über 100", erklärte die Organisation. "Am Ostertag, der für viele Menschen eine Zeit der Wiedergeburt und der Hoffnung darstellt, sehen wir uns stattdessen gezwungen, neue verlorene Leben vor der Küste Libyens zu betrauern. Wieder einmal haben Männer, Frauen und Kinder eine verzweifelte Reise nach Europa unternommen, und wieder einmal hat sich das Mittelmeer in eine Grenze des Todes verwandelt", so die Hilfsorganisation.

Überfahrt über Mittelmeer nach Europa gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten

Mindestens zwei Menschen sind bei dem jüngsten Schiffbruch in libyschen Gewässern ums Leben gekommen, erklärten die Hilfsorganisationen Sea-Watch und Mediterranea Saving Humans am Sonntag im Onlinedienst X. 32 Menschen seien seit dem Untergang des Bootes am Samstagnachmittag gerettet worden. Das Boot mit insgesamt 105 Frauen, Männern und Kindern an Bord startete demnach von der libyschen Küste aus.

Die Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. "Das Fehlen eines koordinierten europäischen Systems für Suche und Rettung zwingt weiterhin Tausende von Menschen, immer gefährlichere Routen zu wählen, wobei Rettungen dem Zufall oder dem guten Willen einzelner Staaten überlassen bleiben. Solange keine sicheren Wege geschaffen und kein strukturiertes Rettungssystem eingerichtet werden, werden wir weiterhin Tragödien erleben, die vermeidbar wären", so "Save the Children".

6.175 Menschen sind nach Seefahrten über das Mittelmeer in diesem Jahr in Süditalien eingetroffen, wie das italienische Innenministerium am Sonntag mitteilte. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 9.399 gewesen. Die meisten eingetroffenen Migranten stammten aus Bangladesch, Somalia und Pakistan. Die italienische Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bemüht sich, dank Abkommen mit den Herkunftsländern der Migranten, die Einwanderungsströme nach Europa zu reduzieren.

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