Österreich hat den "Overshoot Day" erreicht
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von AgenturenVerfügbare natürliche Ressourcen mit 2. April aufgebraucht
Bild: APA/APA/dpa/Boris Roessler
Österreich hat seine natürlichen Ressourcen für dieses Jahr mit dem 2. April verbraucht und sich damit leicht verbessert. Im Vorjahr fiel der nationale "Overshoot Day" auf den 29. März, 2024 war es der 7. April. Der Erderschöpfungstag eines Landes ist jener Tag, an dem das "Biokapazitätsbudget" des Planeten aufgebraucht wäre, wenn all seine Bewohner so viel verbrauchen würden wie jene des jeweiligen Landes. Berechnet wird er von den Experten des "Global Footprint Network".
Österreich gehört laut den aktuellen Zahlen jedenfalls weiterhin zu den ressourcenhungrigsten Staaten. Angeführt wird die Liste vom Ölstaat Katar, bei dem der "Overshoot Day" bereits am 4. Februar war, der geringste Verbrauch wurde indessen für Honduras berechnet - hier fällt der Erderschöpfungstag auf den 27. November. Der globale Tag war im Vorjahr am 24. Juli, das Datum für 2026 wird am 5. Juni, dem Weltumwelttag, bekannt gegeben.
Unter "Biokapazität" fallen biologisch produktive Flächen und Gewässer eines Landes oder weltweit (z. B. Wälder, Ackerland, Weiden, Fischgründe, bebaute Flächen), während der ökologische "Bedarf" jene Fläche ausmacht, die nötig ist, um den Konsum eines Landes oder der Welt zu decken. Darunter fallen pflanzenbasierte Lebensmittel und Fasern, tierische Produkte, Fischereiprodukte, Holz und andere Waldprodukte, Fläche für Infrastruktur und Siedlungen und Wälder zur Aufnahme von CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen.
Greenpeace warnt vor Verschwendung
Greenpeace kritisierte in einer Aussendung den "enormen Ressourcenverbrauch" Österreichs, mit dem das Land im globalen Ranking immerhin den 16. Platz belegt. "Wenn die jährlich verfügbaren natürlichen Ressourcen schon nach gerade einmal drei Monaten verbraucht sind, ist das ein klares Warnsignal. Derzeit verbauen wir zu viele wertvolle Böden, vergeuden Wasser und verursachen zu hohe Treibhausgasemissionen. Das muss sich ändern", wurde die Sprecherin der NGO, Melanie Ebner, zitiert. Von Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) wurde unter anderem ein "klares Ausstiegsdatum für Öl und Gas" gefordert.
Würden alle Menschen so verschwenderisch leben wie wir, bräuchten wir fast vier Erden, stellte die NGO fest. Der hohe Ressourcenverbrauch sei fatal: "Zerstörte Ökosysteme verringern die Artenvielfalt, während die Klimakrise den Druck auf Landwirtschaft, Wasserversorgung und Gesundheit erhöht", so Greenpeace.
Kritik von Global 2000 und WWF
So können wir nicht weitermachen, stellte Global 2000 in einer Aussendung fest. "Wir verschwenden Ressourcen, produzieren zu viel Müll und bleiben abhängig von Autokratien und Diktatoren. Es gibt aber eine sehr gute Lösung: Wir schaffen den Übergang zur Kreislaufwirtschaft - weg vom Wegwerfen, hin zum Wiederverwenden, Reparieren und Teilen", so Anna Leitner, die Sprecherin für Ressourcen der Umweltschutzorganisation. "Wir leben auf Pump, der Ressourcenverbrauch ist viel zu hoch, die Rechnung zahlen kommende Generationen sowie die Natur. Daher sollte die Bundesregierung endlich eine umfassende Klima- und Energiespar-Offensive starten. Es geht nur mit der Natur, nicht gegen sie", wurde Viktoria Auer vom WWF Österreich zitiert.
(S E R V I C E - Weitere Infos unter http://go.apa.at/cNLF4jcE)
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