ÖTV-Sextett will bei French Open zuschlagen

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von Agenturen

Lilli Tagger (R) mit Major-Premiere, Potapova größte ÖTV-Hoffnung

Bild: APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL


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Wenn am Sonntag die 125. French Open in Paris beginnen, dann waren schon lange nicht mehr so viele Österreicherinnen und Österreicher dabei. Mit Anastasia Potapova, Lilli Tagger, Julia Grabher und Qualifikantin Sinja Kraus ist erstmals seit den Australian Open 2010 ein ÖTV-Frauen-Quartett bei einem Tennis-Major dabei. Am Bois de Boulogne war dies zuletzt vor 17 Jahren der Fall. Mit Jurij Rodionov schaffte es neben Sebastian Ofner noch ein zweiter ÖTV-Mann ins Hauptfeld.

Der 27-jährige Niederösterreicher besiegte am Freitag in der dritten Qualifikationsrunde den Kroaten Borna Gojo 7:5,6:3 und steht zum dritten Mal in Roland Garros sowie auch insgesamt bei einem Major im Hauptfeld. "Nach drei harten Matches im Hauptbewerb stehen zu dürfen, ist ein ganz wundervolles Gefühl, was ich noch nicht oft erlebt habe", sagte Rodionov, dessen einziger Major-Einzelsieg vor sechs Jahren passierte, als er dann in Runde zwei ausschied.

Sechs Österreicher erstmals seit Wimbledon 2014

Sechs rot-weiß-rote Akteure bei einem Grand-Slam-Turnier im Single, das hatte es zuletzt vor zwölf Jahren in Wimbledon gegeben. Damals waren Dominic Thiem, Jürgen Melzer, Andreas Haider-Maurer bzw. Tamira Paszek, Patricia Mayr-Achleitner und Yvonne Meusburger dabei wie APA-Recherchen ergaben.

Rodionov, Kraus sowie auch Julia Grabher, die auf eine Qualifikantin trifft, kennen erst am späteren Nachmittag ihre Erstrunden-Gegner. Die Zulosung der Qualifikanten erfolgt nach Abschluss aller Drittrundenspiele.

Zweites Achtelfinale für Potapova? Taggers Paris-Rückkehr

Die Österreicherinnen sind plötzlich weit größere Hoffnungsträger geworden. Allen voran steht die eingebürgerte Potapova nach ihrem großartigen Run seit Linz. Die 25-Jährige hat mit dem Finale in Oberösterreich, dem Halbfinale beim 1000er-Turnier in Madrid und dem Achtelfinale in Rom gezeigt, dass man mit ihr rechnen muss. Eine Wiederholung ihres French-Open-Achtelfinales von vor zwei Jahren, damals noch für Russland, ist keine Utopie. Zudem ist sie als Nummer 28 noch in die Gesetztenliste gerutscht. Mit der Australierin Maya Joint hat sie zwar eine Gegnerin, die im Ranking als 34. nicht weit hinter ihr liegt, doch im erstmaligen Aufeinandertreffen bleibt die auf Sand stärker einzuschätzende Potapova Favoritin.

Für die 18-jährige ÖTV-Riesenhoffnung Lilli Tagger ist es nicht nur die Premiere auf Major-Niveau bei den Erwachsenen, sondern auch eine emotionale Rückkehr nach Paris: Vor einem Jahr holte die Osttirolerin den ersten österreichischen Major-Einzel-Titel bei den Juniorinnen. Nun kehrt sie bereits als Top-100-Spielerin bei den "Großen" zurück. Sie trifft mit der Chinesin Wang Xinyu gleich auf eine Gesetzte (Nr. 32). Wang hat dieses Jahr mit einem Achtelfinaleinzug bei den Australian Open und dem Finale in Auckland beeindruckt, danach setzte es aber doch viele frühe Niederlagen.

Julia Grabher ist zum zweiten Mal im Paris-Hauptbewerb. Bei ihrem bisher einzigen Auftritt verlor sie 2023 in Runde zwei gegen Coco Gauff. Nach zwölf vergeblichen Qualifikationsversuchen bei Majors endlich geschafft hat es Sinja Kraus via Qualifikation. Die Wienerin wäre eine mögliche Erstrunden-Gegnerin der Vorarlbergerin.

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Ofner mit schwierigem Los bei 13. Major

Bei den Männern ist der nun 30-jährige Sebastian Ofner ein echter Routinier und zum 13. Mal bei einem Major dabei. Der Steirer hat in Paris eine 6:4-Bilanz stehen und stand vor drei Jahren in seinem bisher einzigen Grand-Slam-Achtelfinale. Gegen den als Nummer 14 gesetzten Luciano Darderi hat Ofner aber ein hartes Los gezogen. Darderi wurde bei den Australian Open erst durch Jannik Sinner im Achtelfinale gestoppt, stand im Finale von Buenos Aires und holte den Titel in Santiago de Chile. Seine Generalprobe in Rom geriet mit dem Halbfinaleinzug u.a. nach einem Dreisatzsieg über Alexander Zverev zum Volltreffer. Ofner zeigte zuletzt in der zweiten Rom-Runde gegen Sinner beim 3:6,4:6 eine gute Leistung.

"Paris ist immer super, vor allem wenn man im Hauptbewerb spielen kann. Da habe ich einen meiner größten Erfolge in meiner Karriere gehabt und die letzten Jahre immer gut gespielt", sagte Ofner am Freitag in Paris. Natürlich kennt er seine "relativ toughe Auslosung. Aber man weiß nie, was passiert, man kann so gut wie fast jeden schlagen. Ich fühle mich gut und bin ready."

Die erwarteten Temperaturen um 31 Grad am Wochenende in Paris stören ihn nicht. "Ich glaube, dass es mir schon helfen wird, weil wenn es warm und trocken ist, ist der Platz schneller zu spielen, was mir entgegenkommt." Allerdings könne es bei "best of five"-Partien natürlich umso schwieriger werden, wenn es so heiß ist.

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