ÖTV-Sportdirektor Melzer bilanziert Paris sehr zufrieden

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von Agenturen

Melzer hat viel Grund zur Freude über Paris-Auftritte

Bild: APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER


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Der Sportdirektor des österreichischen Tennisverbandes (ÖTV) hat eine sehr zufriedene Bilanz der noch laufenden French Open aus rot-weiß-roter Sicht gezogen. Im APA-Gespräch in Tulln sah Jürgen Melzer bei den Frauen wenig überraschend eine "absolut positive" Entwicklung. Kein Wunder, waren doch erstmals nach langer Zeit gleich vier Frauen in einem Major-Hauptbewerb dabei. Erst am Montag scheiterte mit Anastasia Potapova die Letzte des Quartetts im Achtelfinale.

"Julia (Grabher) hat eine sehr gute erste Runde gespielt, ist dann leider nicht fit gewesen für die zweite. Sinja (Kraus) hat eine sehr gute Qualifikation gespielt, und es war dann auch ein sehr gutes Match gegen Belinda Bencic. Das war enger, als es das Ergebnis besagt." Zwar hat Potapova das erste Viertelfinale ihrer Karriere und das erste für Österreich seit Tamira Paszek 2012 in Wimbledon hauchdünn verpasst. Doch Melzer sieht Potapova durchaus in Österreichs Fanszene angekommen. "Absolut, man muss sie als Österreicherin sehen, sie spielt für unser Land, sie betont auch, dass sie gerne hier ist. Da muss man sich drüber freuen", sagte Melzer. "Sie spielt ja auch wirklich gut. Sie hat in den letzten Wochen immer wieder gezeigt, dass sie gegen die ganz Großen auch dabei ist."

Tagger, Potapova: "Man merkt, dass da ein Boom entsteht"

Nicht vergessen darf man freilich Österreichs größte Zukunftshoffnung Lilli Tagger, die mit ihren erst 18 Jahren ihr Major-Debüt im Einzel nur knapp verloren hat. "Sie war in der ersten Runde eng dran gegen eine Gesetzte. Da sieht man, dass sie voll dabei ist und hoffentlich auch auf Rasen aufzeigen wird. Man merkt, dass da ein Boom entsteht, und umsonst macht Kitzbühel nicht ein WTA-125er-Turnier. Es tut sich viel im Damentennis, sehr gut."

Auch das Engagement Taggers im Doppel mit der sechsfachen Major-Siegerin Sara Errani sah Melzer sehr positiv. "Sara Errani ist eine Legende in dem Sport. Dass sie Lilli ausgesucht hat, zeigt auch, wie gut die Lilli schon ist. Errani könnte jede Spielerin fragen. Das sind gute Zeichen für die Zukunft von Lilli, da werden wir noch viel Freude haben."

Bei den Herren erwähnte Melzer die erfolgreiche Qualifikation von Jurij Rodionov ebenso wie das knappe Quali-Drittrunden-Aus von Lukas Neumayer. "Das war ganz bitter", erinnerte sich Melzer, der zu diesem Zeitpunkt in Roland Garros war. "Man sieht durch den Challengertitel in der Woche darauf, dass er wirklich gut in Form ist." Bei Joel Schwärzler sei es aktuell "ein bisschen durchwachsen", und Sebastian Ofner habe mit Luciano Darderi eine "toughe Auslosung" gehabt. "Im Endeffekt stehen wir ganz gut da."

Nicht unerwähnt blieb freilich auch der Aufstieg von Neil Oberleitner im Doppel. Der 26-jährige Wiener, der von Ex-Doppelspezialist Alexander Peya betreut wird, hat sich bei seinem erst zweiten Major überhaupt an der Seite des Tschechen Petr Nouza ins Viertelfinale gespielt und damit erstmals in die Top 50. In Kitzbühel ist er im Vorjahr mit Schwärzler bis ins Finale vorgedrungen. Einzig die Ellbogenverletzung von Alexander Erler ist der große Negativpunkt im Rückblick.

Großes Fragezeichen Filip Misolic

Noch ist es lange bis zum ersten Wiener Heim-Davis-Cup seit 18 Jahren am 18./19. September gegen Belgien, und Melzer hat noch Zeit bis zur Auswahl seiner Crew. Ob für sein Team auch Filip Misolic in Frage kommt, ist aber offen. Nach dessen Ruptur der Plantarfaszie in der rechten Fußsohle im Februar appelliert Melzer an die Geduld des Steirers. "Das Wichtigste ist, dass es ausheilt und er so lange wartet, bis er wirklich schmerzfrei ist, und das über ein, zwei Trainingswochen, ehe er wieder einsteigt", sagte Melzer. Aktuell habe Misolic begonnen, aus dem Stand zu schlagen. "Ich habe ihm gesagt, 'Bitte pass auf, da gibt es schlechte Beispiele in der Vergangenheit'." Neben Andreas Haider-Maurer und Mira Antonitsch war auch er selbst betroffen. "Ich habe selbst auch meine Einzelkarriere deswegen beendet. Es war im Endeffekt meine Ferse, die nicht mehr mitgespielt hat. Es ist eine schwierige Verletzung. Da muss man vorsichtig sein, und das wird er hoffentlich sein."

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