Peter Kaiser als Landeshauptmann verabschiedet
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von AgenturenKaiser wurde mit Anerkennung und Dank überschüttet
Bild: APA/APA/WOLFGANG JANNACH/WOLFGANG JANNACH
Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat am Dienstag seinen allerletzten Arbeitstag in dieser Position absolviert. Bevor der 67-Jährige sein Büro im Amt der Kärntner Landesregierung verlassen und offiziell den Ruhestand antreten konnte, gab es noch einen Abschiedsempfang im Klagenfurter Konzerthaus. Zahlreiche Gäste machten dem scheidenden Landeschef die Aufwartung, die Laudatio hielt Peter Ambrozy (SPÖ), der das Amt Ende der 1980er Jahre ausgeübt hatte.
Die Militärmusik Kärnten spielte vor dem Konzerthaus den Kärntner Kaisermarsch. Drinnen wurde die Veranstaltung mit deutsch- wie slowenischsprachigen Kärntnerliedern der "Rosentaler", eines Männerchors, eröffnet. "Du warst kein Polterer, sondern eher zurückhaltend, aber stets diskussionsfreudig und unterhaltsam", erinnerte sich Ambrozy an die gemeinsame Zeit bei der Sozialistischen Jugend zurück. Kaisers politisches Talent sei früh zu erkennen gewesen. Er sei als "untypischer Kärntner Landeshauptmann" ins Amt gekommen: "Der promovierte Soziologe mit der weiß-grauen Topffrisur, der den Kärntner Anzug als FPÖ-Uniform verweigert, sich selbst slavophil bezeichnet und in seinem Büro abstrakte Gemälde von Kärntner Slowenen aufgehängt hat."
"Vorzeigbare Erfolge in allen politischen Bereichen"
Kaiser sei der Richtige gewesen für die Verhältnisse der Zeit, so Ambrozy weiter: "Deine Tätigkeit war gepflastert von vorzeigbaren Erfolgen in allen politischen Bereichen. Der wichtigste Erfolg war wohl die Abwendung der drohenden Finanzkatastrophe von unserem Bundesland." Er würdigte Kaiser für weitere politische Projekte und als "glühenden Europäer": "Du hast durch deine Haltung als Sozialdemokrat und Landeshauptmann, durch deinen respektvollen Umgang mit Menschen, auch wenn sie nicht deiner Meinung waren, das politische Klima in Kärnten positiv gestaltet und damit das Bild und das Ansehen unseres Bundeslandes geprägt."
Nach zahlreichen Video-Dankesbotschaften von Wegbegleitern, Würdenträgern und Prominenten aus verschiedenen Bereichen trat Kaiser selbst auf die Bühne und scherzte mit Anlehnung an ein Kreisky-Zitat, dass man gar nicht wisse, wie viel Lob auch ein Landeshauptmann aushält: "Wenn das alles so stimmen würde und es nicht auch Schattenseiten, Fehler und anderes gäbe, wäre der neue Übermensch geboren." Der sei er nicht und wolle es auch nicht sein. Dann nutzte Kaiser seine letzte Rede als Landeshauptmann für ein Plädoyer für Gemeinsamkeit und Zusammenhalt, in Kärnten als Schnittstelle dreier Kulturen, aber auch in Europa, das in dieser "herausfordernden Situation, wo es um eine Neuverteilung der Welt zu gehen scheint" ein "Machtfaktor" werden soll. Bei der gemeinsamen Außen-, Wirtschafts- und Handelspolitik befinde sich die EU auf einem guten Weg: "Wir brauchen auch eine gemeinsame Sicherheitsdoktrin."
18 Jahre in der Landesregierung
Moderiert wurde die Veranstaltung von Gabriele Schaunig (SPÖ). Sie wird die Geschäfte interimistisch führen, bis SPÖ-Chef Daniel Fellner übernimmt. Seine Wahl im Landtag ist für den 7. April angesetzt, am Tag darauf wird er von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt. Kaiser war insgesamt 18 Jahre lang Mitglied der Kärntner Landesregierung. Seit der Landtagswahl 2013, die einen Sieg der SPÖ und gleichzeitig einen Totalabsturz der Freiheitlichen brachte, war er Landeshauptmann des südlichsten Bundeslandes Österreichs.






