Präsidentschaftswahl in Peru: Konservatives Lager in Führung

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von Agenturen

Präsidentenwahl in Peru

Bild: APA/APA/AFP/ERNESTO BENAVIDES


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Bei der Präsidentschaftswahl in Peru zeichnet sich frühen Teilergebnissen zufolge ein Vorsprung für das konservative Lager ab. Nach Auszählung von 37 Prozent der Stimmen liefern sich die frühere konservative Kongressabgeordnete Keiko Fujimori und der rechtsgerichtete Ex-Bürgermeister von Lima, Rafael Lopez Aliaga, ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Fujimori kommt auf 17,2, Lopez Aliaga auf knapp 17 Prozent, wie die Wahlbehörde ONPE am Montag mitteilte.

Fujimori ist die Tochter von Ex-Präsident Alberto Fujimori, der wegen Menschenrechtsverletzungen inhaftiert wurde. Bei der Wahl traten am Sonntag mehr als 30 Kandidaten an. Da unter ihnen voraussichtlich keiner die für einen Sieg erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent erreichen wird, dürfte es eine Stichwahl am 7. Juni geben.

Wahl mit Verzögerungen

Am Sonntag war es in der Hauptstadt Lima und anderen Gebieten des südamerikanischen Landes zu Verzögerungen bei der Öffnung der Wahllokale gekommen. Als Gründe dafür nannten die Behörden unter anderem fehlende Wahlhelfer. Die Behörden verlängerten die Abstimmung für die rund 63.000 betroffenen Wähler daraufhin um einen Tag bis Montag um 18.00 Uhr Ortszeit (01.00 MESZ am Dienstag).

Das dominierende Thema des Wahlkampfs war die öffentliche Sicherheit. Wegen der zunehmenden Gewalt durch Drogenbanden und illegalen Bergbau forderten die meisten Präsidentschaftsbewerber einen stärkeren Einsatz der Streitkräfte im Inneren.

Auch bei ersten Nachwahlbefragungen hatte Fujimori vorn gelegen, bevor dann Lopez Aliaga nach Auszählung der ersten Stimmen vorübergehend in Führung ging. Fujimori, die bereits zum vierten Mal antritt, präsentiert sich als Garantin für Recht und Ordnung und wirtschaftliche Stabilität. Sie polarisiert jedoch wegen der politischen Vergangenheit ihrer Familie und eigener juristischer Probleme.

Auch in den Umfragen vor der Wahl lag Fujimori vorn. Auf sie folgte vor der Abstimmung der Mitte-Links-Politiker und ehemalige Bürgermeister von Lima, Ricardo Belmont. Auch dem beliebten Komiker Carlos Alvarez wurden Chancen eingeräumt. Belmont und Alvarez gelten als Außenseiter, die von der weit verbreiteten Unzufriedenheit der Bürger mit dem politischen Establishment profitieren.

Instabile politische Verhältnisse

Die politischen Verhältnisse sind in Peru seit Jahren instabil. Seit 2018 hat es in dem Andenstaat acht Präsidenten gegeben. Korruptionsskandale, Amtsenthebungsverfahren und wackelige Koalitionen haben das Vertrauen der Bevölkerung in die Institutionen beschädigt.

Die Wahl hat auch eine geopolitische Bedeutung: Die immer engeren wirtschaftlichen Beziehungen Perus zu China, dem größten Handelspartner und einem wichtigen Investor im Bergbau, sorgen in den USA für wachsende Sorgen. Die Regierung in Washington hat im Vorfeld der Abstimmung ihre diplomatischen Bemühungen in dem Land spürbar verstärkt.

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