Sandra Hüller: "Ich mag den Begriff Heimat nicht"

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von Agenturen

Extravagant in Cannes: Hüller zwischen Pawlikowski (l.) und Diehl

Bild: APA/APA/AFP/SAMEER AL-DOUMY


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Für Sandra Hüller ist "Heimat" kein selbstverständliches Wort. Eher eines, das aus der Distanz betrachtet wird – mit Vorsicht, auch mit Skepsis. "Ich habe dazu nicht wirklich einen Bezug. Ich benutze den Begriff auch eigentlich nicht", sagte die Schauspielerin in Cannes der Deutschen Presse-Agentur. Die 48-Jährige spielt in "Vaterland" die weibliche Hauptrolle als Tochter des Schriftstellers Thomas Mann.

Sie bewege sich an verschiedenen Orten der Welt selbstverständlich, kenne sich aus, fühle sich dort zurecht, wie sie erklärte: "Ich weiß nicht, ob das dann automatisch Heimat ist." Vielleicht sei Heimat eher ein Ort, "den man nicht erklären muss."

"Vaterland" im Rennen um die Goldene Palme

Einen festen Anker hat sie dennoch: Thüringen, dort wo sie geboren wurde. "Der Wald dort oder die Menschen, das Essen", sagte sie. Eindrücke, die bleiben, ohne dass sie zu einem großen Begriff zusammengezogen werden müssten. Gleichzeitig grenzt sie sich klar von dem Wort selbst ab. "Das ist ein Begriff, der für mich auch politisch in einer Art und Weise aufgeladen ist, die ich nicht mag. Ich mag diesen Begriff nicht."

Das Drama des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski erzählt von einer Reise durch das zerstörte Deutschland des Jahres 1949. Am Steuer einer schwarzen Limousine machen sich Tochter und Vater auf den Weg durch ein Land in Trümmern, das sie nach der Machtübernahme der NSDAP verlassen hatten. Das Drama, in dem auch Hanns Zischler und August Diehl mitspielen, läuft im Wettbewerb um die Goldene Palme.

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