Schiebel setzt künftig auf "bewaffnete Lösung" bei Drohnen

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Schiebel will bald mit der Produktion der neuen Drohnen starten

Bild: APA/APA/ROBERT JAEGER/ROBERT JAEGER


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Der österreichische Drohnen-Hersteller Schiebel setzt künftig auf eine "bewaffnete Lösung". Die geopolitischen Unsicherheiten hätten ein Umdenken erfordert, sagte Schiebel-Chef Hannes Hecher den "Salzburger Nachrichten". Diese unbemannten Helikopter könnten etwa die angeblich dutzenden Wasserminen in der Straße von Hormuz nicht nur aufspüren, sondern auch gezielte Abwehrmaßnahmen ermöglichen, so Hecher. Gleichzeitig übte er Kritik an Österreichs Waffenexportverboten.

"Es ist nicht so, dass wir selbstständig Raketen integrieren, das machen wir mit Geschäftspartnern", betonte Hecher in dem am Montag erschienenen Interview. Bisher konnte man mit den Drohnen etwa in Not geratene Schwimmer im Meer und Wasserminen - auch in der Tiefe - aufspüren. "Künftig hat man die Möglichkeit, zu ermitteln, was wo ist, und dann gegebenenfalls Abwehrmaßnahmen zu treffen", erklärte der Schiebel-Chef. Diese Drohnen "können Minen entdecken, die Boote dann danach gezielt räumen, ohne zuvor schon bei der Suche Menschenleben zu gefährden".

Die Produktion solcher Drohnen soll seinen Angaben zufolge "bald, vielleicht schon nächstes Jahr" erfolgen. Ob die Produktion in Österreich stattfindet, sei noch unklar, so Hecher - auch Frankreich bemühe sich sehr darum. Neue Aufträge gebe es deswegen noch nicht, aber Gespräche, sagte Hecher. Vor allem im maritimen Bereich bestehe der Wunsch, bestehende Aufträge früher zu liefern. Schiebel rechnet für heuer mit einem Umsatzplus von zehn bis zwanzig Prozent.

"Boom" in Rüstungsindustrie schwer nutzbar

Angesichts der multiplen globalen Krisen erfährt die Rüstungsindustrie derzeit weltweit einen Boom. Doch für Hecher ist dieser außerhalb der Europäischen Union nur schwer nutzbar. So seien nicht nur Militärgüter, sondern auch Dual-Use-Güter - also etwa unbewaffnete Drohnen - von Exportbeschränkungen betroffen. Hecher fordert daher in Richtung Politik eine Anpassung der Rahmenbedingungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu stärken.

Ein weiterer Kritikpunkt Hechers ist das heimische Neutralitätsgesetz, das "keinen Unterschied zwischen Angreifer und Angegriffenem" mache. "Da stellt sich meiner Meinung nach schon die Frage, ob das noch richtig ist", ergänzte er im Hinblick auf die Ukraine. Österreich zahle zudem für die Ukraine-Hilfe, nutze aber im Gegensatz zu anderen Ländern nicht die Möglichkeit, dass heimische Firmen davon profitieren, wie etwa durch Aufträge bei der Minenräumung. In Indien beispielsweise müsse bei öffentlichen Aufträgen eine Wertschöpfung von 60 Prozent in Indien selbst erbracht werden.

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