Sieben Tote bei russischem Großangriff auf die Ukraine

Veröffentlicht:

von Agenturen

Mehrere Tote bei Angriffen in Dnipro

Bild: APA/APA/State Emergency Service of Ukraine/HANDOUT


- Anzeige -
- Anzeige -

Bei einem schweren russischen Luftangriff auf die Ukraine mit mehr als 600 Drohnen und Raketen sind sieben Menschen getötet und Dutzende weitere Menschen verletzt worden. Hauptziel war den ukrainischen Behörden zufolge die Großstadt Dnipro im Südosten des Landes. Dort wurde in der Nacht auf Samstag ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen, das teilweise einstürzte.

Aus den Trümmern wurden vier Leichen geborgen, wie der Regionalgouverneur Olexandr Hanzha mitteilte. Während der Rettungsarbeiten wurde das Gebiet den Behörden zufolge am Tag von einem weiteren Angriff erneut getroffen. Dabei sei ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden. Insgesamt wurden in der Stadt mehr als 30 Menschen verletzt.

In der nördlichen Region Tschernihiw wurden bei Raketen- und Drohnenangriffen nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt. Auch aus anderen Regionen wurden Verletzte gemeldet. Die russische Regierung setze ihren Terror gegen die Bevölkerung fort und nehme weiterhin gezielt kritische Infrastruktur und Wohngebäude ins Visier, sagte die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko.

Angriffe mit mehr als 600 Drohnen

Russland griff die Ukraine nach Angaben aus Kiew mit 619 Drohnen und 47 Raketen an. Wie die Luftwaffe auf dem Kurznachrichtendienst Telegram weiter mitteilte, konnte sie 580 Drohnen und 30 Raketen abschießen oder anderweitig unschädlich machen. Russland schickt fast jede Nacht kleinere Drohnenschwärme zum Angriff in die Ukraine. Immer wieder kommt es jedoch wie jetzt auch zu massiven Angriffen mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen. "Jeder derartige Angriff muss unsere Partner daran erinnern, dass die Situation sofortiges und entschlossenes Handeln sowie eine rasche Stärkung unserer Luftverteidigung erfordert", erklärte der ukrainische Wolodymyr Präsident Selenskyj.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe Ziele der ukrainischen Rüstungsindustrie und des Energiesektors getroffen. Zu dem Angriff auf das Wohnhaus in Dnipro äußerte es sich nicht.

Die Ukraine hat ihrerseits zuletzt ihre Drohnenangriffe auf russisches Gebiet verstärkt. So meldeten die Behörden in der viertgrößten russischen Stadt Jekaterinburg am Samstag erstmals einen ukrainischen Drohnenangriff. Ein mehrstöckiges Wohnhaus sei getroffen worden. Mehrere Menschen seien leicht verletzt worden. Jekaterinburg liegt am Uralgebirge in der Region Swerdlowsk mehr als 1900 Kilometer von der ukrainischen Hauptstadt Kiew entfernt. Die Stadt hat 1,5 Millionen Einwohner. In der Region befinden sich zahlreiche Rüstungsbetriebe.

Schäden in Rumänien durch abgestürzte Drohnen

Aus dem benachbarten NATO- und EU-Land Rumänien wurden erstmals Sachschäden durch herabstürzende Drohnentrümmer gemeldet. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, teilte die Regierung in Bukarest mit. Sie verurteilte Russlands Vorgehen als unverantwortlich. Das rumänische Verteidigungsministerium teilte mit, in der südöstlich gelegenen Stadt Galati seien ein Strommast und der Anbau eines Gebäudes beschädigt worden.

- Anzeige -
- Anzeige -

Staatspräsident verurteilte Vorgehen Russlands

Der rumänische Staatspräsident Nicusor Dan verurteilte das "unverantwortliche Vorgehen" der russischen Streitkräfte aufs Schärfste. "Derartige Vorfälle (...) zeugen von der Missachtung des Völkerrechts und gefährden die Sicherheit der Bürger Rumäniens, eines NATO-Mitgliedslands", hieß es in seiner Stellungnahme, die das Präsidialamt in Bukarest verbreitete.

Russland greift immer wieder den ukrainischen Donauhafen Reni an, der Galati gegenüberliegt. Dabei kommt es gelegentlich vor, dass Drohnen oder Drohnenteile über rumänischem Gebiet niedergehen. Der Vorfall in der Nacht auf Samstag gilt als der erste, bei dem Sachwerte beschädigt wurden.

Ukrainische Drohnenangriffe am Ural

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte indes mit, in der Nacht seien 127 angreifende ukrainische Drohnen abgefangen worden. Gemeldet wurden Angriffe auf die Wolga-Region, aber auch weit im Osten auf die Städte Perm und Jekaterinburg am Ural. In Jekaterinburg seien sechs Menschen verletzt worden, teilte Gebietsgouverneur Denis Pasler mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur TASS meldete. Angaben zu angegriffenen Militärzielen oder Industrieanlagen gab es nicht.

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken