Strache als Zeuge im Prozess gegen Investor Danny K.

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von Agenturen

Strache rechnete als Zeuge mit Investor Danny K. ab

Bild: APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER


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Am Montag ist am Wiener Landesgericht der Prozess gegen den einst schillernden Investor Danny K. fortgesetzt worden, der seit einem Jahr in der Justizanstalt (JA) Josefstadt in U-Haft sitzt. Die Anklage wirft dem 53-Jährigen schweren gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung vor. Als Zeuge trat Ex-Vizekanzler und -FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache auf, der eine Weile mit dem Angeklagten in einer Geschäftsbeziehung stand. Gut zu sprechen war er auf Danny K. nicht.

"Er schuldet mir 2,14 Mio. Euro an offenen Provisionszahlungen", deponierte Strache. Er habe Danny K. im Oktober 2023 kennengelernt, der vorgegeben habe, sich an Investments beteiligen zu wollen. In der Immobilienbranche sei es damals "ziemlich schwierig" gewesen. "Er hat gesagt, er sucht gute, interessante Projekte", gab Strache zu Protokoll.

Strache verwies auf Verträge mit Volumen von knapp 250 Mio. Euro

Er habe als Unternehmensberater in weiterer Folge für den Angeklagten "100 bis 110 Termine begleitet" und potenzielle Geschäftspartner gesucht. In etlichen Fällen sei es zu rechtswirksamen Verträgen mit einem Volumen von knapp 250 Mio. Euro gekommen. "Aber alle Kunden, die ich namhaft gemacht habe, sind nicht umgesetzt worden", schilderte Strache.

Begründet habe Danny K. das unter anderem mit ausstehenden Due-Diligence-Prüfungen, die in Wahrheit bloße "Ausreden" gewesen seien. In anderen Fällen habe angeblich "die Compliance nicht gepasst" oder es hätten "Unterlagen gefehlt". Als einige Kunden unter Verweis auf getätigte Anzahlungen hartnäckig auf die Umsetzung der Verträge pochten, sei der Angeklagte "aggressiv geworden".

Auch er sei von Danny K. "angegangen" und bedroht worden, erinnerte sich Strache: "Er hat gesagt, er macht mich fertig und aktiviert Fake-Medien gegen mich."

Schaden von mindestens 1,6 Mio. Euro inkriminiert

Der Staatsanwalt wirft Danny K. vor, einen Schaden von zumindest 1,6 Mio. Euro angerichtet zu haben. Bei weiteren 400.000 Euro sei es beim Versuch geblieben. Danny K. habe sich als Vertreter von Investoren ausgegeben und diverse Finanzierungsinstrumente angeboten, wobei er Interessenten kostspielige Due-Diligence-Prüfungen und Bankberatungen in Rechnung stellte, heißt es in der Anklage. Folgt man dem Staatsanwalt, existierten diese nur am Papier. In keinem einzigen Fall soll es zu einem Investment gekommen sein.

Von der Anklage umfasst sind 40 Betrugsfakten, nachdem zuletzt noch die Schweizer Strafverfolgungsbehörden den Kollegen in Wien einen Strafantrag zur Verhandlung am Landesgericht übermittelt hatten. Darüber hinausgehend sind fast zwei Dutzend Urkundendelikte inkriminiert: Als die Kunden des vermeintlichen Investors die Rückzahlung ihrer Gelder verlangten, legte dieser Unterlagen vor, die sie beruhigen sollten, sich laut Anklage aber als Fälschung erwiesen.

In diese Kategorie fällt dem Staatsanwalt zufolge auch ein Kontoauszug, der Strache übermittelt wurde und der die Zahlung von knapp 50.000 Euro belegen sollte.

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Angeklagter weist Betrugsvorwurf zurück

Zu den gefälschten Urkunden ist Danny K. geständig. Betrüger sei er aber keiner, hatte er beim Prozessauftakt Mitte März versichert. Die Verhandlung ist vorerst bis Ende Mai anberaumt. Im Fall einer anklagekonformen Verurteilung drohen Danny K. bis zu zehn Jahre Haft.

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