Tiroler Moser Holding kommt unter das Russmedia-Dach

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von Agenturen

Russmedia-Zentrale in Schwarzach

Bild: APA/APA/Russmedia/Philipp Steurer/Philipp Steurer


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Der Medienstandort in Westösterreich erfährt offenbar eine signifikante Weichenstellung: Die Eigentümer der Tiroler Moser Holding, zu der unter anderem die "Tiroler Tageszeitung" gehört, entschieden sich nämlich, ihre Anteile an der Holding in eine gemeinsame Mediengruppe mit der Vorarlberger Russmedia einzubringen. Russmedia wird 77 Prozent an der Gruppe übernehmen, die BTV Vier Länder Bank AG beteiligt sich als "strategische Partnerin" mit 23 Prozent.

Dies teilten die künftigen Partner am Mittwoch in einer Aussendung mit und sprachen von einer Bündelung der Kräfte und einer "starken Allianz für den Medienstandort im Westen Österreichs". Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Die BTV war bisher bereits an der Moser Holding beteiligt - und zwar mit 24,99 Prozent. 75,01 Prozent hielt die JS Moser Medienholding GmbH, also die Nachfahren des Mitgründers Joseph Stephan Moser bzw. die Familie Moser. Diese steigt nun offenbar aus.

Entscheidung "sehr bewusst und überlegt"

Die Familie Moser habe die Entscheidung, ihre Anteile vollständig abzugeben, "sehr bewusst und überlegt getroffen", hieß es: "Aus Überzeugung und aus dem gemeinsamen Willen heraus, den Regionaljournalismus im Rahmen der neuen Mediengruppe im Westen Österreichs langfristig zu stärken." Beide Häuser seien "in ihren Regionen tief verwurzelt, wirtschaftlich gesund und publizistisch unabhängig." "Was in Tirol über Jahrzehnte aufgebaut wurde - unabhängiger, regional verwurzelter Qualitätsjournalismus - verdient eine Zukunft, die seiner Stärke gerecht wird", erklärte Familie Moser-Eigentümervertreter Wilfried Stauder. Man sehe für die Moser Holding die Möglichkeit "für eine größere Bühne, mehr Investitionskraft und einen Partner auf Augenhöhe, der dieselben Werte teilt."

Die Entwicklungen der letzten Jahre am Medienmarkt würden zeigen, dass auch "starke Regionalmedien neue Strukturen brauchen", um langfristig unabhängig zu bleiben. Die Verantwortlichen verwiesen auf mehrere skandinavische Medienhäuser, die in den vergangenen Jahren bewiesen hätten, dass "nachhaltige Geschäftsmodelle für Regionaljournalismus möglich" seien. Daher nun dieser Schritt.

Betonung von regionalen Marken und Eigenständigkeit der Redaktionen

Die regionalen Marken beider Häuser - mit ihren Redaktionen, ihrer regionalen Identität und ihrer publizistischen Unabhängigkeit - würden erhalten bleiben, wurde betont. "Die 'Tiroler Tageszeitung' und tt.com bleiben das unabhängige Leitmedium Tirols. Hinzu kommt die Möglichkeit, gemeinsam noch schneller und stärker in das zu investieren, was uns ausmacht und demokratie- und gesellschaftspolitisch unverzichtbar ist: regionaler Qualitätsjournalismus", ließ Moser Holding-CEO Silvia Lieb wissen.

Die redaktionelle bzw. journalistische Eigenständigkeit strichen auch "Tiroler Tageszeitung"-Chefredakteur Matthias Krapf und jene der "Vorarlberger Nachrichten", Isabel Russ, heraus. "Die 'TT' und tt.com gehören zu Tirol, mit der Redaktion in Tirol, mit den Themen aus Tirol, mit der Stimme Tirols", versicherte Krapf. "Russmedia-Geschäftsführer Markus Raith sprach wiederum von einem "klaren Bekenntnis zu starken regionalen Medien im Westen Österreichs - in Tirol genauso wie in Vorarlberg." Ähnlich BTV-Vorstandsvorsitzender Gerhard Burtscher: Er sah ein "klares Bekenntnis zu einem starken, unabhängigen Medienstandort im Westen Österreichs.

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