Trump: US-Delegation am Montag zu Verhandlungen in Islamabad
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von AgenturenDie USA wollen wieder verhandeln
Bild: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/TASOS KATOPODIS
Im Konflikt mit dem Iran reist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wieder eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Seine Vertreter würden dort am Montagabend sein, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social, ohne Angaben zur Zeitzone zu machen. Gleichzeitig drohte er mit weiteren Angriffen. Zuvor hatte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf von Fortschritten bei den Verhandlungen gesprochen.
Trump schrieb, die USA böten dem Iran einen "sehr fairen und vernünftigen Deal" an. Er hoffe, dass der Iran diesen annehme. "Wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran ausschalten", fügte Trump hinzu und wiederholte damit eine bereits früher ausgesprochene Drohung. Es wäre ihm dann eine Ehre, das zu tun, was zu tun sei und was schon andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren hätten tun sollen. Es sei an der Zeit, "der iranischen Tötungsmaschine" ein Ende zu setzen.
Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus dem Weißen Haus, dass Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reisen. Aus Teheran gab es zunächst keine Angaben dazu, ob auch eine iranische Delegation eintreffen wird. Solange die US-Marine weiter an ihrer Seeblockade vor der Straße von Hormuz festhalte, werde es keine Verhandlungen geben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine informierte Quelle. Mittwoch läuft planmäßig eine Waffenruhe aus, auf die sich die USA und der Iran verständigt hatten.
Teheran sieht weiter viele offene Punkte
Belastet wird die Situation durch die erneute Sperrung der Straße von Hormuz und das militärische Vorgehen der iranischen Streitkräfte gegen Schiffe, die die Meerenge passieren wollen. Der Iran begründet das mit der US-Blockade von iranischen Häfen und Schiffen, die aus diesen auslaufen oder diese ansteuern wollen. Trump warf dem Iran seinerseits einen eklatanten Verstoß gegen die Vereinbarung über die Waffenruhe vor.
Teheran hatte vor Trumps Ankündigung klargemacht, weiter große Differenzen zu sehen. Parlamentspräsident Ghalibaf sagte der Nachrichtenagentur Tasnim, man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen beiden Staaten. Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch "weit von einer endgültigen Einigung entfernt". Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz, sagte Ghalibaf im iranischen Staatsfernsehen. Kurz zuvor hatte das Militär des Landes die erst am Freitag angekündigte Öffnung der für den globalen Ölmarkt wichtigen Meerenge wieder rückgängig gemacht.
Iranische Streitkräfte beschießen Schiffe in Meerenge
Nach der Kehrtwende gehen die iranischen Streitkräfte mit Waffengewalt gegen Schiffe vor, die die Meerenge trotzdem passieren wollen. Wegen mutmaßlichen Beschusses von zwei indisch beflaggten Handelsschiffen bestellte das Außenministerium in Neu-Delhi den iranischen Botschafter ein. Man habe die "tiefe Besorgnis Indiens" über den Vorfall übermittelt, hieß es in einer Erklärung.
Die Meerenge war nach der überraschenden Ankündigung ihrer Freigabe am Freitag keine 24 Stunden offen. In dieser Zeit passierten aber nur wenige Schiffe die Wasserstraße - die Lage ist zu unberechenbar. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg erklärte: "Ohne belastbare Sicherheitsgarantien kann es keine nachhaltige Normalisierung des Schiffsverkehrs in dieser für den Welthandel zentralen Region geben." Durch den Iran-Krieg im Persischen Golf gestrandete Kreuzfahrtschiffe durchquerten die Straße von Hormuz hingegen und sind auf dem Weg nach Europa - ohne Passagiere.
Houthi-Miliz droht mit neuen Angriffen auf Handelsschiffe
Auch die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen drohte mit neuen Angriffen auf Handelsschiffe. Ein ranghoher Vertreter sprach auch von einer möglichen Schließung der Meerenge Bab al-Mandab, die den Suezkanal und Europa vom Indischen Ozean und Asien trennt.
Seitens der pakistanischen Regierung wurde offiziell noch nichts zu neuen Verhandlungen in Islamabad mitgeteilt. Kurz nach Trumps Ankündigung teilte das Außenministerium aber mit, Ressortchef Mohammad Ishaq Dar habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araqchi betont, ein kontinuierlicher Dialog sei entscheidend, um die aktuellen Spannungen rasch zu entschärfen und Frieden sowie Stabilität in der Region zu fördern.
Vorbereitungen in Islamabad für neue Verhandlungen laufen
In Islamabad laufen seit Tagen die Vorbereitungen für eine neue Runde. Die Sicherheitsvorkehrungen waren deutlich sichtbar: So wurde die sogenannte Rote Zone mit Botschaften und Regierungsgebäuden, in der bereits die erste Gesprächsrunde stattfand, wieder abgesperrt. Erste Verhandlungen waren eine Woche zuvor ohne konkrete Ergebnisse beendet worden.
Am 28. Februar hatten die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen. Dieser reagierte mit Raketenbeschuss und attackierte Ziele in Israel und der ganzen Golfregion. Während die vereinbarte Waffenruhe bisher hält, gilt seit Freitag auch im Libanon eine Feuerpause zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz. Sie läuft am kommenden Wochenende aus.
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