Kottingbrunn
Femizid in NÖ: U-Haft für 27-Jährigen beantragt
Aktualisiert:
von Quelle: APA, JOYN NewsTreffpunkt Österreich
Doppelter Mordalarm: Tödliche Gewalt gegen Frauen
Videoclip • 09:50 Min
Im Fall einer in Kottingbrunn (Bezirk Baden) getöteten Frau hat die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt die Verhängung der U-Haft über den 27-jährigen Beschuldigten beantragt. Das teilte Behördensprecher Erich Habitzl am Freitag auf Anfrage mit.
Das Wichtigste in Kürze
Die Staatsanwaltschaft U-Haft für den 27-jährigen Verdächtigen beantragt, der die Tat laut seinem Anwalt umfassend gestanden haben soll.
Der Mann soll der Frau, mit der er eine Beziehung hatte, mit einer legal besessenen Pistole drei Mal in den Kopf geschossen haben.
Der Mordverdächtige ist laut seinem Verteidiger umfassend geständig, als Motiv gilt eine Kränkung durch die Frau, mit der der Steirer ein Verhältnis hatte.
Der 27-Jährige wurde nach der Festnahme in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Nach Angaben seines Verteidigers Manfred Arbacher-Stöger soll der Mann dem Opfer, das er via Facebook kennengelernt hatte, mit seiner als Sportschütze legal besessenen Pistole drei Mal in den Kopf geschossen haben.
Dass die laut Habitzl 28-jährige Frau - zunächst war von einer 27-Jährigen ausgegangen worden - an einem Kopfschuss starb, wurde auch im vorläufigen Obduktionsergebnis festgehalten. Die Eltern hatten die leblose 28-Jährige am 14. Mai in deren Wohnung entdeckt, rund um diesen Tag dürfte laut ersten Erkenntnissen auch der Tatzeitpunkt liegen. Nähere Details erwartet sich die Staatsanwaltschaft hier vom schriftlichen Obduktionsgutachten, das in mehreren Wochen vorliegen sollte.
Zunächst war auch Sturz als Todesursache möglich
Zunächst war bei den Ermittlungen auch ein Sturz als Todesursache infrage gekommen. Aufgrund unklarer Umstände wurde eine gerichtsmedizinische Untersuchung angeordnet. Im Zuge der Obduktion wurde festgestellt, dass die Frau erschossen worden war. Gegenständlich war Kaliber 22 - Munition, die häufig von Sportschützen oder bei der Jagd auf Niederwild verwendet wird.
Am Tatort selbst wurden Berichten zufolge keine Einbruchsspuren festgestellt - daher wurde vermutet, dass die Frau den Täter selbst in ihre Wohnung gelassen hatte. Das Landeskriminalamt nahm Erhebungen wegen Mordverdachts auf, die sich auf das Umfeld der Verstorbenen konzentrierten. Auf die Spur des Verdächtigen kamen die Kriminalisten durch die Auswertung der Handydaten. Der Mann und das spätere Opfer hatten dem Verteidiger zufolge bis zur Tat mehrmals täglich miteinander telefoniert. Der 27-Jährige wurde am Mittwoch in Polizeigewahrsam genommen.
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