US-Außenminister Rubio traf Papst Leo XIV.

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von Agenturen

US-Außenminister Rubio bei Papst Leo XVI. im Vatikan

Bild: APA/APA/VATICAN MEDIA/HANDOUT


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US-Außenminister Marco Rubio hat am Donnerstag im Vatikan Papst Leo XIV. getroffen. Nach dem Gespräch mit dem Pontifex folgte eine Audienz beim vatikanischen Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, wie aus Vatikan-Kreisen verlautete. Höchste Sicherheitsvorkehrungen wurden im Vorfeld des Besuchs ergriffen. Das Gelände rund um den Vatikan wurde zum Großteil abgeriegelt. Vor Rubio hatte der Papst den polnischen Premierminister Donald Tusk empfangen.

Hintergrund des Rom-Besuchs sind die jüngsten Spannungen zwischen dem US-stämmigen Papst und US-Präsident Donald Trump über den Iran-Krieg. Trump hatte wütend auf Friedensaufrufe des Papstes reagiert und dem katholischen Kirchenoberhaupt unterstellt, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Rubio ist Sohn kubanischer Einwanderer und anders als Trump selbst Katholik.

Leo XIV. schenkte Rubio eine Schreibfeder aus Olivenholz

Papst und Rubio sprachen über internationale Krisen und Konflikte. Wie der Heilige Stuhl in einer Presseaussendung mitteilte, gab es einen "Meinungsaustausch über die regionale und internationale Lage", mit besonderem Augenmerk auf Länder, die von Krieg, politischen Spannungen und schwierigen humanitären Situationen betroffen sind. Zudem sei die Notwendigkeit betont worden, "unermüdlich für den Frieden zu arbeiten", hieß es weiter.

Leo XIV. schenkte Rubio eine Schreibfeder aus Olivenholz. "Das ist die Pflanze des Friedens", betonte der Papst und wies darauf hin, dass an einem Ende auch sein Wappen eingraviert sei. Rubio revanchierte sich mit einem kleinen Fußball aus Kristall, wie auf den veröffentlichten Bildern des Treffens zu sehen ist.

Der Papst empfing Rubio mit den Worten "Willkommen" und einem Händedruck. "Es ist fast ein Jahr her, dass wir uns gesehen haben", sagte Rubio. Leo XIV. korrigierte ihn jedoch: "Es sind etwa zehn Tage weniger". Tatsächlich hatten frühere Begegnungen am 18. Mai 2025, dem Tag der Amtseinführung des Papstes, sowie am 19. Mai stattgefunden, als Rubio gemeinsam mit US-Vizepräsident JD Vance Teil einer Delegation war.

Rubio veröffentlichte ein Foto seines Treffens mit Leo XIV. und erklärte, die USA und der Vatikan teilten ein gemeinsames Engagement für Frieden und Menschenwürde. "Treffen mit dem Papst, um unser gemeinsames Engagement zur Förderung von Frieden und Menschenwürde zu unterstreichen", schrieb Rubio auf seinem X-Account nach dem Besuch beim Papst und veröffentlichte mehrere Fotos, darunter eines mit seiner Ehefrau Jeanette Dousdebes, die kolumbianischer Herkunft ist und ein schwarzes Kleid mit Schleier trug.

Parolin: Trumps Kritik am Papst "zumindest seltsam"

Der Chefdiplomat des Papstes hatte zuvor laut Kathpress die neuerliche Kritik von Trump an Leo XIV. zurückgewiesen. Laut dem Portal "Vatican News" sagte Kardinalstaatssekretär Parolin am Mittwochabend, es erscheine ihm "zumindest seltsam", den Papst auf diese Weise anzugreifen oder ihm Vorwürfe zu machen.

Die wiederholt geäußerte Behauptung Trumps, der Papst akzeptiere iranische Atomwaffen und gefährde damit viele Menschen, sei "sicherlich keine korrekte Behauptung", betonte der Kardinalstaatssekretär. Der Heilige Stuhl habe sich stets für nukleare Abrüstung eingesetzt und tue dies weiterhin.

Weitere Vorschläge des Heiligen Stuhls zum Konflikt mit dem Iran werde es nicht geben, der Vatikan setze weiterhin auf Dialog: "Diese Konflikte können nicht mit Gewalt gelöst werden, sondern müssen verhandelt und durch Verhandlungen gelöst werden. Es braucht Verhandlungen in gutem Willen und aufrichtiger Weise", so Parolin, der die Politik des Vatikans koordiniert.

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"Noch verfrüht" über mögliches Telefonat zwischen Leo XIV. und Trump zu sprechen

Zum Besuch von Außenminister Rubio am Donnerstag im Vatikan sagte Parolin: "Wir werden ihm zuhören, die Initiative ging von ihnen aus." Er ergänzte, man werde "über alles sprechen, was in diesen Tagen geschehen ist".

Auf eine mögliche Annäherung im Verhältnis zur US-Regierung angesprochen, sagte Parolin, es sei "noch verfrüht", über ein mögliches Telefonat zwischen Leo XIV. und Trump zu sprechen. Der Papst sei jedoch "für alle Optionen offen" und habe sich "nie jemandem verweigert".

Sollte ein direktes Gespräch mit Trump vorgeschlagen oder erbeten werden, "hätte er sicherlich keine Schwierigkeiten, es anzunehmen". Parolin betonte, die USA seien weiterhin ein wichtiger Gesprächspartner des Heiligen Stuhls.

Linksparteien und Studentenbewegungen protestierten am Freitag in Rom gegen Trumps Angriffe gegen den Papst. "Wir sagen mit Nachdruck: Schluss mit dem Krieg, Schluss mit den Waffen, um dem Planeten eine Perspektive des Friedens zu geben", sagte der Chef der linksgrünen Gruppierung AVS (Alleanza Verdi e Sinistra), Angelo Bonelli.

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