Ukraine und Russland: Unterschiedliche Angaben zu Waffenruhe
Veröffentlicht:
von AgenturenKreml-Sprecher Peskow
Bild: APA/APA/AFP/POOL/ALEXANDER ZEMLIANICHENKO
Bei den Angaben zu einer Waffenruhe gibt es aus der Ukraine und Russland weiterhin unterschiedliche Angaben. Moskau hat die einseitige Waffenruhe ab Freitag anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestätigt. Das Gegenangebot Kiews, ab Mittwoch die Waffen ruhen zu lassen, blieb von Moskau unbeantwortet. "Es gab keine russische Reaktion darauf", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag.
"Ja, wir sprechen vom 8. und 9. Mai", so Peskow auf die Frage, ob die Feuerpause um Mitternacht Moskauer Zeit (23.00 Uhr MESZ) in Kraft trete. Sowohl Moskau als auch Kiew hatten für diese Woche einseitige Waffenruhen angekündigt. Kiew bezeichnete die von Russland für Freitag und Samstag ausgerufene Feuerpause angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Ukraine als "blanken Zynismus".
Keine Panzer bei Siegesparade am Samstag
Russland hält am Samstag die traditionelle Parade zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg ab. Aus Angst vor ukrainischen Angriffen sollen bei den Feierlichkeiten anders als in den vergangenen Jahren aber keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät in Moskau auffahren.
Die russischen Sicherheitsdienste bereiteten sich auf die Parade vor, insbesondere mit Blick auf die "terroristische Bedrohung" durch die Ukraine, sagte Peskow. Das gelte auch für die persönliche Sicherheit von Präsident Wladimir Putin. Der Kreml-Sprecher kündigte zudem weitere Internetblockaden in Moskau an. Diese seien nötig, um die Sicherheit der Einwohner zu gewährleisten.
Die ukrainische Armee hatte in den vergangenen Tagen russische Städte weit hinter der Front mit Drohnen attackiert. Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj rechtfertigte die Angriffe am Donnerstag in den sozialen Medien mit den Attacken Russlands. "Gestern und ist diese Waffenruhe von Russland gebrochen worden. Die spiegelbildliche Reaktion auf die russischen Angriffe sind unsere Langstrecken-Sanktionen" - gemeint sind Drohnenangriffe tief ins russische Hinterland.
Über Nacht seien 347 feindliche Drohnen in Russland abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Donnerstag mit. Diese Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar; es ist aber eine der höchsten je gemeldeten Zahlen. Betroffen waren demnach fast alle Regionen in West- und Zentralrussland. Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, berichtete auf Telegram von insgesamt elf Drohnen, die beim Anflug auf die Hauptstadtregion abgeschossen worden seien.
Nach Angaben des Telegramkanals Baza wurden unter anderem aus der Stadt Rschew nordwestlich von Moskau Gebäudeschäden gemeldet. In Lettland stürzten unweit der russischen Grenze zwei nicht identifizierte Drohnen ab, was zeitlich mit den ukrainischen Angriffen zusammenfiel.
Erst ukrainische, dann russische Waffenruhe?
Die Ukraine hatte eine Waffenruhe mit Tagesanbruch am Mittwoch ausgerufen und sich weitgehend daran gehalten. Zumindest blieben russische Meldungen über Angriffe aus. Russland hingegen setzte Drohnen- und Raketenangriffe fort, was der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft vom Mittwochabend aus Kiew beklagte. Er kündigte an: "Wir werden entsprechend reagieren."
Gleichzeitig schien Selenskyj der Waffenruhe eine zweite Chance zu geben. "Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen", sagte er. Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen seien.
"Russland hat sich so verkämpft, dass seine wichtigste Parade von uns abhängt. Das ist ein klares Signal: Es ist Zeit, aufzuhören", sagte Selenskyj. Moskau hat für den Fall von Störungen der Parade Angriffe auf das Zentrum von Kiew angedroht. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa rief ausländische Diplomaten auf, Kiew zu verlassen.
Mehr entdecken

Unbekannte stechen in Innsbruck auf 20-Jährigen ein

Gutachten
Hipp-Rückruf: Dosis in sichergestelltem Glas nicht lebensgefährlich

Oberösterreich
Linz: Schüsse vor Gasthaus - drei Tote

Warnung vor "De-Professionalisierung" in der Pflege

LKA-Chef spricht im U-Ausschuss von "haltlosen Vorwürfen"

Glettler-Predigt - Kickl verteidigt Steiner
