USA verhandeln mit China in Südkorea
Veröffentlicht:
von AgenturenTrup reist erstmals seit 2017 nach China
Bild: APA/APA/AFP/POOL/JESSICA LEE/SAUL LOEB
Vor der Peking-Reise von US-Präsident Donald Trump wollen sich Vertreter Chinas und der USA zur Beilegung ihres Handelsstreits zu einer weiteren Verhandlungsrunde treffen. Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, soll dafür Vize-Ministerpräsident He Lifeng mit einer Delegation von Dienstag bis Mittwoch in die südkoreanische Hauptstadt Seoul reisen. Themen sind demnach "Wirtschafts- und Handelsfragen von beiderseitigem Interesse".
US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte das Treffen auf der Online-Plattform X. Demnach will er noch am Dienstag mit Japans Regierungschefin Sanae Takaichi in Tokio über die beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen sprechen. Am Mittwoch wolle er einen Zwischenstopp in Seoul für das Treffen mit He einlegen und im Anschluss zum Treffen von Trump und Staats- und Parteichef Xi Jinping weiterreisen, schrieb er. Trump will von Mittwoch bis Freitag nach China reisen.
Trump am Mittwoch in China
Trump wird am Mittwoch in China erwartet, die Gespräche der Staatschefs der beiden größten Volkswirtschaften sind für Donnerstag und Freitag angesetzt. Es ist das erste persönliche Treffen der beiden seit mehr als sechs Monaten und Trumps erste Reise nach China seit 2017.
Ziel ist es nach US-Angaben, die durch Handelsstreitigkeiten, den Krieg der USA und Israels mit dem Iran sowie andere Konflikte belasteten Beziehungen zu stabilisieren. US-Regierungsvertretern zufolge sollen Foren zur Erleichterung von gegenseitigem Handel und Investitionen vereinbart werden. Pläne für einen Handels- und einen Investitionsrat könnten formell bekanntgegeben werden, hieß es aus US-Regierungskreisen. Zudem wird erwartet, dass China den Kauf von Boeing-Flugzeugen sowie von US-Agrar- und Energieprodukten ankündigt. Ein weiteres Thema ist die Verlängerung eines Abkommens, das den Export von Seltenen Erden aus China in die USA sichert.
Iran, Taiwan und Rüstungskontrolle
Auf der Agenda stehen auch heikle geopolitische Themen. Trump drängt China, seinen Einfluss auf den Iran zu nutzen, um den Konflikt zu beenden, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann. Die US-Regierung übt zudem Druck auf Peking wegen dessen Beziehungen zu Russland aus. Auch der Status von Taiwan birgt Konfliktpotenzial. Die USA sind der wichtigste internationale Unterstützer und Waffenlieferant der demokratisch regierten Insel, die Peking als eigenes Territorium beansprucht.
Die US-Regierung treibt zudem die Sorge über die Entwicklung fortschrittlicher Modelle zur Künstlichen Intelligenz (KI) in China um. Man wolle das Treffen nutzen, um über die Einrichtung eines Kommunikationskanals für KI-Fragen zu sprechen und so Konflikte zu vermeiden. Bei dem Thema Atomwaffen zeigt sich Peking den US-Angaben zufolge jedoch zurückhaltend und habe derzeit kein Interesse an Gesprächen über Rüstungskontrolle.
Trump und Xi waren zuletzt im Oktober in Südkorea zusammengetroffen. Dort hatten sie sich auf eine Pause in ihrem Handelsstreit geeinigt, der von hohen US-Zöllen und chinesischen Drohungen mit Exportbeschränkungen für Seltene Erden geprägt war. Im Februar hatte der Oberste Gerichtshof der USA geurteilt, dass Trump nicht befugt sei, viele seiner weltweiten Importzölle zu verhängen. Der Präsident hat angekündigt, einige der Abgaben über andere rechtliche Wege wieder einzuführen. Eigentlich hatte Trump bereits früher nach China reisen wollen, dies dann aber verschoben - mutmaßlich auch wegen des Iran-Kriegs.
Mehr entdecken

Nino aus Wien und Felix Kramer covern Gigi D'Agostino

Am Rathausplatz
Programm, Öffnungszeiten, Sicherheit: Alle Infos zum Eurovision Village

Entsorgung
Warum alte Fernseher nicht im Keller verräumt werden sollten

Dario Argento arbeitet an neuem Horrorfilm

42 Tage Quarantäne
Hantavirus: Letzte Evakuierungsflüge von Kreuzfahrtschiff

Verhandlungen
Iran weist Trump-Plan zurück
