Wenders zieht Film nach Schwarzer-Kritik vorerst zurück
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von Agenturen++ ARCHIVBILD ++ Alice Schwarzer meldete sich im Streit um Nacktszene zu Wort
Bild: APA/APA/dpa/Rolf Vennenbernd
Nach einem Streit um eine Nacktszene mit der damals 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski soll der Film "Falsche Bewegung" (1975) von Regisseur Wim Wenders vorerst nicht mehr gezeigt werden. Der Film werde aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen, teilte die Wim Wenders Stiftung mit.
Zuvor hatte die Feministin Alice Schwarzer den Filmemacher dazu aufgefordert, die betreffende Szene aus dem Film zu entfernen. "Wim: Höre auf zu reden – und handle! Schneide endlich diese verdammten zwei Minuten raus aus deinem Film!", schrieb die 83-Jährige in der von ihr gegründeten Zeitschrift "Emma".
Wenders äußerte sich bei Filmpreisgala
In "Falsche Bewegung" wird Kinski in einer Szene mit nacktem Oberkörper gezeigt. Sie sagte kürzlich der "Süddeutschen Zeitung": "Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war". Wenders hatte beim Deutschen Filmpreis am Freitag gesagt, er würde die Szene "heute nie mehr so machen". Seinem damaligen jungen Ich könne er aber keinen Vorwurf machen.
Er habe einen Film in seiner Zeit gemacht. Doch es ergebe sich eine Frage, die alle Filmschaffenden angehe: "Wie geht man mit Filmerbe um?" Dürfe und solle man eine Szene schneiden, wenn sie einer Schauspielerin - "die ich sehr verehrt habe und verehre" - weh tue? "Kann man einen Film im Nachhinein kürzen?" Wenders bat die Deutsche Filmakademie um eine Debatte.
Kinskis Anwalt drohte juristische Schritte an
Kinskis Anwalt Schertz kritisiert Wenders" Rede als Versuch, sich der persönlichen Verantwortung zu entziehen. Da Wenders ein persönliches Gespräch mit Kinski zu der Szene laut Schertz "bereits seit Jahren verweigert", kündigte der Anwalt den Übergang zu formalen juristischen Schritten an.
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