Widrigkeiten getrotzt: ÖFB-Spieler nach Generalprobe positiv
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von AgenturenMarko Arnautovic verabschiedet sich in Richtung WM
Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Es war keine glänzende Generalprobe. Österreichs Fußball-Nationalspieler fliegen am Donnerstag dennoch mit breiter Brust zur WM-Endrunde nach Nordamerika. Die ÖFB-Auswahl hat alle drei Testspiele im Frühjahr gewonnen. Nach dem 1:0 am Montag in Wien gegen Tunesien hoben die Schützlinge von Teamchef Ralf Rangnick auch ihre Qualität hervor, Widrigkeiten zu trotzen - etwa dem kurzfristigen Ausfall von Christoph Baumgartner oder einer frühen Roten Karte gegen Konrad Laimer.
"Wir haben viele Rückschläge gehabt. Es spricht für die Mannschaft, für den Charakter, dass wir uns da nicht verunsichern haben lassen", meinte Verteidiger Philipp Lienhart. "Es gibt aber auch Punkte, die man verbessern kann." Im Spiel nach vorne sei man gegen die Tunesier in der ersten Hälfte zu ungenau gewesen. "Nach hinten haben wir die Konter nicht im Griff gehabt. Wir haben die eine oder andere Chance zu viel zugelassen."
Alexander Schlager blieb dennoch ungeschlagen - und wird aller Voraussicht nach am 16. Juni (17. Juni, 6.00 Uhr MESZ) auch beim WM-Auftakt gegen Jordanien das ÖFB-Tor hüten. "Es gibt auf jeden Fall kein schlechtes Gefühl, wenn man im letzten Testspiel im Tor steht", meinte der Salzburg-Goalie. Die Qualifikation sei hart gewesen. "Wir können jetzt endlich das ernten, auf das wir die letzten Jahre hingearbeitet haben."
Arnautovics letzter Tanz
Die Vorfreude auf seine erste und letzte Weltmeisterschaft als Aktiver ist auch bei Marko Arnautovic groß. Sie drängte auch Emotionen über sein aller Voraussicht nach letztes Länderspiel im Ernst-Happel-Stadion in den Hintergrund. Ob es nach der WM, nach der er seine ÖFB-Karriere beenden will, noch ein Abschiedsspiel geben werde, liege nicht an ihm. Arnautovic: "Daran denke ich gar nicht. Ich konzentriere mich nur auf die WM, dass wir am 4. Juni dorthin fliegen, und dass es endlich losgeht."
Eine Titelansage wollte sich Arnautovic in den Stadionkatakomben nicht entlocken lassen. "Träumen darf man immer. Auch ich träume mit 37 Jahren noch. Aber es ist schon ein Traum in Erfüllung gegangen, dass wir dabei sind." Mit der Generalprobe war Österreichs Rekordnationalspieler nicht unzufrieden. "In der ersten Hälfte haben uns ein bisschen die Lösungen gefehlt für den Torabschluss, aber wir haben nicht aufgehört weiter zu agieren - auch mit einem Mann weniger. Auch solche Spiele musst du gewinnen."
Baumgartners "Kreativität" von Bedeutung
Er sei froh, dass sich nach Baumgartner niemand mehr verletzt habe, sagte Arnautovic. Der Leipzig-Offensivmann war beim Aufwärmen nach einer Muskelverletzung im Bereich des Hüftbeugers ausgeschieden und unterzog sich am Dienstag in der Früh einer MRT-Untersuchung. "Baumi ist ein absolut wichtiger Spieler für uns, das hat er oft genug bewiesen", meinte Lienhart. "Er kann Tore schießen und mit seiner Kreativität dem Gegner richtig wehtun. Er ist ein Spieler, der uns stärker macht. Wir hoffen, dass er bald wieder trainieren und spielen kann."
Lienhart könnte gegen Jordanien mit David Alaba das ÖFB-Abwehrduo bilden. Davor ist Nicolas Seiwald gesetzt. "Es war trotz allem ein guter Test", meinte Seiwald. "Es können immer Situationen passieren, in denen du Widrigkeiten trotzen musst", ergänzte Laimer. Das Team habe es nach seinem Ausschluss hervorragend gemacht. "Man hat gesehen, was für eine Qualität von der Bank kommt", lobte Seiwald auch die Einwechselspieler. "Wir haben in den Breite dazugewonnen in den letzten Jahren, das tut uns gut. Wir fliegen mit breiter Brust nach Amerika."
Positiv sieht Seiwald auch die "Cooling Breaks", die im Vorfeld der WM - wohl auch zu Werbezwecken - eingeführt wurden. Dem ÖFB-Team würden die kurzen Auszeiten zu Mitte jeder Spielhälfte helfen, "weil wir ein Trainerteam haben, das richtig akribisch dahinter ist und diese Pausen nutzt, um noch Kleinigkeiten zu verändern". Kollege Phillipp Mwene sieht die ÖFB-Auswahl sehr gut vorbereitet: "Ich glaube, dass wir körperlich, mental und auch taktisch bereit sind für das Turnier. Es geht auf jeden Fall ein Kindheitstraum in Erfüllung."
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