Wien erhob erstmals exakte Kosten für Kindergartenplätze

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von Agenturen

Die Kosten pro Platz wurden erstmals erhoben

Bild: APA/APA/THEMENBILD/GEORG HOCHMUTH


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Wien hat erstmals die exakten Ausgaben für Plätze in städtischen und privaten Kindergärten erhoben. Dabei zeigt sich ein signifikanter Unterschied: Ein städtischer Kindergartenplatz kostet durchschnittlich 13.767 Euro pro Jahr. Private Träger wiederum erhalten 9.088 Euro pro Jahr und Kind. Verantwortlich für die Differenz sind unter anderem die Aufwände für Inklusionsplätze bzw. heilpädagogische Gruppen. Dieser Bereich wird fast gänzlich von der Stadt abgedeckt.

Wie die zuständige Stadträtin, Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS), im Gemeinderat bzw. im Gespräch mit Medienvertretern ausführte, konnte eine derartige Kostenrechnung erstmals erstellt werden. Die Daten seien zwar immer grundsätzlich vorhanden gewesen, sie seien nun aber zum ersten Mal entsprechend aufbereitet worden. Die Methode soll durch die damit geschaffene Transparenz die Basis für die Reform des Fördersystems schaffen, erläuterte Emmerling.

80 Prozent Personalkosten

Die Beträge liegen noch nicht aktuell vor, da etwa für 2025 der Rechnungsabschluss noch nicht erstellt wurde. Berechnet wurde vorerst nur das Jahr 2023. Ein Betreuungsplatz in einem städtischen Kindergarten kostete damals 13.767 Euro, wobei 80 Prozent davon auf Personalkosten entfielen. Als Vergleich wurde die Fördersumme für private Träger herangezogen, die durch die geförderten Plätze geteilt wurde.

Die Kostenrechnung der privaten Kindergärten, so betonte Emmerling, würde der Stadt nicht vorliegen: "Die Fördersumme deckt natürlich nicht den kompletten Betrieb des Trägers ab." Diese dürften zudem in einem gewissen Ausmaß Elternbeiträge einheben.

Der Unterschied ergibt sich laut ihren Angaben auch aus dem Umstand, dass die städtischen Einrichtungen mit rund 1.100 Integrationsplätzen und 400 heilpädagogischen Plätzen rund 90 Prozent des Gesamtbedarfs in diesem Bereich abdecken. Vor allem in der Heilpädagogik koste eine Betreuung jährlich bis zu 35.000 Euro, hob sie hervor.

Auch der Bereich Sprachförderung betreffe vor allem die Stadt, da dort viele Kinder eine andere Erstsprache aufweisen und etwa über Fluchterfahrung verfügen. Emmerling verwies weiters auf die längeren Öffnungszeiten bzw. die geringere Anzahl an Schließtagen in den städtischen Kindergärten. Das führe auch zu einem höheren Personalschlüssel.

Anderes Gehaltsschema

Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würde dort zudem das Gehaltsschema der Stadt angewendet und nicht der Kollektivvertrag (der Sozialwirtschaft Österreich, Anm.). Dieser sehe eine geringere Bezahlung vor. Die Stadt stelle den Privaten weiters Sprachförderkräfte zur Verfügung, die sie auch bezahle.

Vergleicht man nur "normale" Plätze, dann gibt es zwischen jenen an städtischen Standorten und den Ausgaben für die anderen Träger ohnehin einen deutlich geringeren Unterschied. Dann schlagen auch die Stadt-Plätze nur mehr mit rund 10.300 Euro jährlich zu Buche. Künftig könnten sich die beiden Bereiche noch weiter angleichen. Denn die Stadt will im Zuge der Reform auch verstärkt Private in Sachen Integration bzw. Inklusion einbeziehen, wie Emmerling erläuterte.

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Kritik der Opposition

Die Grünen forderten in einer Reaktion von der Stadträtin ein neues System, das den Förderprozess vereinfache. "Zudem muss endlich die Ungerechtigkeit zwischen den Förderungen von privaten und öffentlichen Kindergarten beendet werden", befand das grüne Bildungssprecher-Duo Julia Malle und Felix Stadler. Private Kindergärten würden eine unverzichtbare Arbeit in der Elementarbildung dieser Stadt leisten. "Dafür haben sie sich eine gerechte Finanzierung verdient", betonten die Grünen.

Für den Klubobmann der ÖVP, Harald Zierfuß, ist es schlicht eine "Schande" für die Transparenzpartei NEOS, dass die Steuerzahler fünf Jahre nach Amtsantritt nicht wüssten, wie viel Geld der Stadt ein Kind in einem Kindergarten Wert sei. Er mutmaßte, dass eine laufende Prüfung des Stadtrechnungshofs - die auf Antrag der ÖVP erfolgt - dafür gesorgt habe, dass nun Zahlen auf den Tisch gelegt wurden.

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