Zusammenstöße mit Polizei bei Studentenprotest in Belgrad
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von AgenturenAusschreitungen bei Studentenprotesten in Belgrad
Bild: APA/APA/AFP/OLIVER BUNIC
Bei Massenprotesten gegen den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić ist es in Belgrad zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Zehntausende Menschen versammelten sich am Samstag im Zentrum der Hauptstadt, um Neuwahlen und ein Ende der mehr als zehnjährigen Regierungszeit von Vučić zu fordern. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, um die Menge zurückzudrängen. Demonstranten steckten Mülltonnen in Brand.
Polizisten in Kampfausrüstung versperrten den Zugang zum Rathaus. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 34.300, während eine Beobachtergruppe von rund 100.000 sprach. Die Rektorin der Belgrader Universität der Künste, Mirjana Nikolić erklärte, die Regierung habe Angst vor denjenigen, die ihre Würde und Rechte verteidigten. Viele Demonstranten trugen Abzeichen mit roten Händen und der Aufschrift "Eure Hände sind blutig". Die Ausschreitungen ereigneten sich in der Nähe des Präsidentenpalastes sowie an einem Park, in dem Vučić-Anhänger seit März vergangenen Jahres campieren.
Die regierungskritischen Proteste hatten vor eineinhalb Jahren nach einem tödlichen Unglück begonnen. Am 1. November 2024 war das Vordach eines Bahnhofs in der Stadt Novi Sad eingestürzt. Demonstranten, Oppositionspolitiker und Menschenrechtsorganisationen sehen darin ein Zeichen für Misswirtschaft und Korruption. Vucic und seine Anhänger weisen die Vorwürfe zurück. Sie erklären, es seien Maßnahmen ergriffen worden, um die Verantwortlichen für den Dacheinsturz zu bestrafen.
Vierte Großkundgebung seit Dezember 2024
Es war die vierte Großkundgebung seit Dezember 2024 auf dem zentral gelegenen Belgrader Slavija-Platz. Laut früheren inoffiziellen Ankündigungen wollt die Studentenbewegung, die seit eineinhalb Jahren um die Rechtsstaatlichkeit ringt, damit ihren Wahlkampf starten. Dementsprechend lautete auch das gewählte Motto der Kundgebung: "Du und ich, Slavija, Studenten werden siegen".
Ab 16.00 Uhr bewegten sich große Menschenmengen aus verschiedenen Stadtteilen in Richtung Slavija-Platz. Viele Teilnehmer der Kundgebung waren wieder aus dem Landesinneren angereist. Dass die Eisenbahn Serbiens auch dieses Mal landesweit den Verkehr einstellte, überraschte niemanden mehr. Die Begründung "anonyme Sprengstoffdrohungen" klang auch dieses Mal nicht sehr glaubwürdig.
Vučić stellt Parlamentswahlen im Herbst in Aussicht
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić, der sich eines Wahlsieges der seit 2012 regierenden Serbischen Fortschrittspartei nicht mehr sicher ist, ist bemüht, den Wahltermin hinauszuschieben. Vor zwei Tagen meinte er allerdings, dass die Wahlen zwischen Ende September und Mitte November stattfinden würden.
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