Entschädigung und Co.
Neue EU-Regeln: Welche zusätzlichen Rechte Fluggäste künftig haben
Veröffentlicht:
von Quelle: APA, JOYN News:newstime
Neue EU-Regeln stärken Fluggastrechte
Videoclip • 01:00 Min • Ab 12
Die umstrittene Reform der EU-Fluggastrechte wurde am Montag final vom Rat der EU-Länder abgesegnet. Welche zusätzlichen Rechte Fluggäste in Zukunft haben - ein Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
In Zukunft werden Fluggäste in der EU mehr Rechte haben.
Während die bisherigen Enschädigungsansprüche bestehen bleiben, werden unter anderem auch Familien begünstigt.
Das Parlament und der Rat der Mitgliedsländer hatten sich im Juni nach jahrelangen Verhandlungen auf weniger Einschränkungen der Rechte als zuletzt diskutiert geeinigt. So bleiben die bisherigen Entschädigungsansprüche bei Verspätungen bestehen, und Familien dürfen gratis nebeneinander sitzen.
Die Regelung tritt ein Jahr nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. Das bedeutet: Die neuen Regeln werden voraussichtlich ab Mitte 2027 gültig sein.
Entschädigungen: So viel Anspruch hat man
Die EU-Abgeordneten haben sich gegenüber den Wünschen der EU-Länder bei den Ansprüchen auf Entschädigung durchgesetzt: So entstehen diese in Zukunft wie bisher ab drei Stunden Verspätung, der Rat wollte Entschädigungen erst nach vier bis sechs Stunden zugestehen.
Nun müssen:
250 Euro Entschädigung bei Verspätungen auf Flügen bis 1.500 Kilometer Entfernung
400 Euro bei bis zu 3.500 Kilometer
600 Euro bei mehr als 3.500 Kilometer Reisedistanz ausgezahlt werden.
Fluglinie muss schuld an Verspätung sein
Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass die Fluglinie schuld an der Verspätung ist. Die neue Regelung enthält eine Liste außergewöhnlicher Umstände, die Fluggesellschaften von der Pflicht einer Entschädigung befreien. Dazu zählen etwa Naturkatastrophen, extreme Wetterereignisse oder Streik. In Zukunft müssen die bei der Buchung angezeigten Preise immer ein kleines Handgepäck enthalten, um den Vergleich zu erleichtern. Weitere Handgepäckstücke dürfen aber extra kosten.
Familien mit minderjährigen Kindern sollen in Zukunft nicht mehr im Flieger verstreut sitzen müssen: Sie haben das Recht, gratis Sitzplätze nebeneinander zu buchen. Auch die von manchen Fluglinien verpflichtenden digitalen Boardingpässe müssen die Passagiere nicht mehr akzeptieren: Sie haben das Recht auf einen Papier-Pass, wenn sie das wünschen. Die neuen Regelungen gelten für EU-Fluglinien sowie für alle Airlines, die von EU-Flughäfen starten.
Vorschlag für Reform bereits 2014 vorgelegt
Die EU-Kommission legte 2014 ihren Vorschlag zur Aktualisierung der Fluggastrechte vor. Unterschiedliche Positionen der EU-Mitgliedstaaten blockierten das Dossier jedoch elf Jahre lang. Im Juni 2025 erzielten die EU-Minister schließlich eine politische Einigung.
Die anschließenden Verhandlungen mit dem Parlament begannen im Oktober 2025, führten jedoch zu keinem Kompromiss. Nach der Abstimmung im Parlament über seine Position bildeten Rat und Parlament einen Vermittlungsausschuss mit Vertretenden beider Institutionen, der die gemeinsame Lösung fand, die nun beide final absegneten.
Mehr entdecken

Nach "Vergeltungsliste"
Iran-Krieg: "Keine konkrete Gefährdung" für Anschläge in Österreich

Totschnig mahnt
Gesundheitsrisiken und Millionenschäden: Vorsicht bei Urlaubssouvenirs

Fußball
WM 2026: Die Halbfinal-Duelle im Überblick

Bleibt im Amt
Finanzminister Markus Marterbauer an Krebs erkrankt

Streit um Wohnrechte
Nach Gasexplosion in Wien: 93-Jähriger im Spital gestorben

Juni-Hitzewelle
10.000 zusätzliche Tote wegen Hitzewelle in Europa


