PULS 24-Chronik-Chefreporterin
Journalismus an der Front – Magdalena Punz im Interview
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von Luna BasBild: PULS 4
Die Ausübung des journalistischen Berufs ist nicht selten mit Risiken verbunden. Maßgeblich dafür verantwortlich sind eingeschränkte Pressefreiheit, Korruption sowie Kriegs- und Krisenberichterstattung. Letzteres ist angesichts der zahlreichen anherrschenden Konfliktgebiete eine große Gefahrenquelle für lokale Berichterstattung. Aber wie funktioniert Journalismus im Krisengebiet und wie geht man damit um?
Das Wichtigste in Kürze
Journalismus im Krisengebiet ist mit hohen Risiken verbunden.
Als PULS 24-Chronik-Chefreporterin berichtet Magdalena Punz regelmäßig aus unsicheren Regionen.
Im Interview erzählt sie, wie man sich auf solche Drehs vorbereitet und mit der Gefahr umgeht.
Magdalena Punz ist PULS 24-Chronik-Chefreporterin und hat sich für ihre Berufung in der Vergangenheit bereits des Öfteren an Orte begeben, an der keine Sicherheit gewährleistet werden kann. Im vergangenen Jahr reiste sie nach Israel, um Tal Shoham an den Ort zu begleiten, wo er von den Hamas verschleppt wurde. Dabei setzte sie sich durch den nach wie vor anhaltenden Gazakrieg bewusst einem Risiko aus.
Im Interview mit JOYN News erzählt sie, wie man sich am besten auf einen Dreh im Krisengebiet vorbereitet.
JOYN News: Wie bereitet man sich auf so einen Dreh vor?
Magdalena Punz: In Vorbereitung auf Einsätze in ein Krisen- bzw. Kriegsgebiet habe ich ein intensives und umfangreiches Training absolviert. Dieses nennt sich Hostile Environment Awareness Training. Dort lernt man mit Gefahrensituationen bestmöglich umzugehen. Im Reisegepäck habe ich dann oft zusätzliche Dinge, die man bei normalen Dienstreisen nicht mitnehmen würde. Aber man muss in solchen Situationen bestmöglich vorbereitet sein. Zusätzlich stehe ich im täglichen Austausch mit der Sicherheitsabteilung unseres Unternehmens. Diese schätzen die Gefahr jeden Tag aufs Neue ein.
Wie gehst du vor Ort mit solchen Situationen um?
Wenn man aus einem Kriegs- bzw. Krisengebiet berichtet, ist man natürlich immer einem gewissen Risiko ausgesetzt. Daher ist es besonders wichtig, sich nicht zu überschätzen und auch auf die Kolleg:innen, wie etwa Kameraleute, Rücksicht zu nehmen. Vor Ort ist es wichtig, den Anweisungen von Sicherheits- und Einsatzkräften zu folgen und kein unnötiges Risiko einzugehen.
Wie behält man dabei seine Professionalität?
Objektivität und fehlerfreie Recherchen sind wichtige Pfeiler unserer Arbeit. Dennoch ist es wichtig den Interview-Partner:innen, die oft schreckliches erlebt haben, Empathie entgegenzubringen.
Kann man nach der Arbeit von dem Gesehenen/Gehörten abschalten - falls ja, wie machst du das in der Regel?
Wenn mir Menschen ihre Geschichten erzählen, gehe ich mit viel Feingefühl vor. Man hat als Journalistin hier eine große Verantwortung. Erst wenn Menschen einem vertrauen, öffnen sie sich auch. Dieses Vertrauen zu gewinnen, dauert oft über Wochen bis Jahre. Viele Geschichten kann man nicht einfach abschütteln, oft begleiten sie mich über längere Zeit. Es hilft darüber zu sprechen, mit Kolleg:innen oder Freund:innen. Ich habe auch schon mit Psycholog:innen gesprochen und ich glaube, dafür muss man sich nicht schämen.
Was ist deine Motivation, um über diese Geschichten zu berichten?
Ich möchte Menschen eine Stimme geben, die es selbst nicht mehr können. Ich möchte Geschichten recherchieren, bei denen man durch die Arbeit etwas zum Besseren wenden kann. Es ist wichtig dorthin zu schauen, wo andere vielleicht wegschauen und das konsequent und über einen längeren Zeitraum.
Gab es in der Vergangenheit Momente, in denen du um deine Sicherheit besorgt warst?
Nein. Ich gehe bei Recherchen im Feld immer mit Vorsicht und Respekt vor. Ich bewerte Situationen meistens im Vorfeld und immer wieder aufs Neue. Ich gehe selten ein Risiko ein. Ich habe auch eine Verantwortung für meine Kolleg:innen, die mit mir vor Ort sind.
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