Studie
Klimakrise verlangt neue Hochwasserschutzmaßnahmen
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von Quelle: APA, JOYN NewsZIB 13:00
Grüne kritisieren Klimapolitik der Regierung
Videoclip • 01:37 Min
Mit Starkregenereignissen und deren Folgen in Österreich beschäftigten sich die Zwischenergebnisse der Studie "Wasser im Klimawandel". Die gestiegene Intensität lokaler Starkregenereignisse erhöht nicht nur die Hochwasserwahrscheinlichkeit. "Die Daten zeigen, dass die stärkste Zunahme dabei an kleinen und mittleren Gewässern zu beobachten ist", fasste Studienleiter Günter Blöschl, Hydrologe an der TU Wien, ein Ergebnis zusammen. Zudem weiten sich Überflutungen räumlich aus.
So "gewinnen durch Starkregen ausgelöste Überflutungen an Bedeutung, die auch abseits von Bächen und Flüssen auftreten, wenn Wasser über die Oberfläche abfließt", so Blöschl in einer Aussendung am Montag. Aufgrund der Zunahme dieser sogenannten pluvialen Hochwasser werde auch die Eigenvorsorge wichtiger.
Ebenso können derartige Ereignisse durch klassische Hochwasserschutzmaßnahmen wie Dämme nicht überall verhindert werden. Die Auswertungen zeigen außerdem, dass sich Hochwasserereignisse heute schneller entwickeln als noch vor 30 Jahren. Dadurch bleibt weniger Zeit, um zu warnen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Studie zeigt neue Herausforderungen
"Österreich hat in den vergangenen Jahrzehnten viel in den Hochwasserschutz investiert. Auf diesem Fundament entwickeln wir die Hochwasservorsorge mit Blick auf neue Herausforderungen wie intensivere lokale Starkregenereignisse laufend weiter. Es geht um die Sicherheit von Menschen, Gebäuden und Infrastruktur. Die Studie liefert uns eine wichtige wissenschaftliche Grundlage, damit wir auch unter den veränderten Bedingungen bestmöglich auf Hochwasser vorbereitet sind", wurde Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) zitiert.
Für die Studie, die im Auftrag des Umweltministeriums erstellt wird, wurden Niederschlagsdaten der vergangenen Jahrzehnte ausgewertet und untersucht, wie viel Regen innerhalb unterschiedlich langer Zeiträume fällt. Die Auswertungen zeigen zwei Entwicklungen: Bei lokalen Starkregenereignissen fällt heute mehr Regen in kürzerer Zeit als noch vor 30 Jahren, zugleich haben Niederschlagsereignisse insgesamt eine kürzere Dauer. Konkret hat bei kurzen lokalen Regenereignissen die Niederschlagsmenge im Mittel um rund 15 Prozent zugenommen. Je kürzer der betrachtete Zeitraum, desto stärker fällt der Anstieg aus: Bei einstündigen Starkregenereignissen beträgt er rund 20 Prozent. Gleichzeitig hat die Dauer von Niederschlagsereignissen im Schnitt um zehn bis 15 Prozent abgenommen.
Bei länger andauernden, großräumigen starken Niederschlägen fällt der Anstieg der Intensität mit rund sieben Prozent im österreichweiten Mittel geringer aus. Der Unterschied hängt mit den verschiedenen zugrunde liegenden meteorologischen Mechanismen zusammen: Lokale Starkregen werden meist durch Gewitter ausgelöst, großräumige Niederschläge durch Wetterfronten. Das Forschungsteam geht davon aus, dass sich der beobachtete Trend zu intensiveren lokalen Starkregenereignissen bei weiter steigenden Temperaturen fortsetzen wird. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit räumlich begrenzter Hochwasser und Überflutungen weiter an. Wie stark sich die Niederschläge künftig noch verändern können, wird derzeit mithilfe von Modellsimulationen untersucht.
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