Ansteckung, Symptome, Behandlung

Wie gefährlich ist das Hantavirus?

Veröffentlicht:

von Quelle: APA, Dijana Djordjevic

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Hantavirus: Drei Tote auf Kreuzfahrt

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Auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Weitere drei seien infiziert. Aber was ist das Hantavirus? Und wie gefährlich ist es?

Das Wichtigste in Kürze

  • Hantaviren werden über den Kot, Urin und Speichel von Mäusen, Ratten und anderen kleinen Säugetieren ausgeschieden.

  • Das Hantavirus kommt auch in Österreich vor.

  • Je nach Virustyp gibt es unterschiedlich schwere Krankheitsbilder.

Bei den Hantaviren handelt es sich um Erreger sogenannter viraler hämorrhagischer Fieber - also Virusinfektionen, die Fieber verursachen und bei denen es durch Gefäßschäden zu Blutungen kommen kann.  Es gibt viele unterschiedliche Virustypen, die sich je nach Region und im Krankheitsbild unterscheiden.

Wie steckt man sich mit dem Hantavirus an?

Hantaviren verharren in Mäusen, Ratten und anderen kleinen Säugetieren, die die Viren über Kot, Urin und Speichel ausscheiden.

Menschen können sich durch direkten Kontakt mit Nagetieren oder deren Ausscheidungen anstecken. Ansteckungen sind aber auch durch Nagetierbisse oder durch das Einatmen von mit den Ausscheidungen vermischtem Staub möglich.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nur bei einem äußerst seltenen Hantavirus-Typ verzeichnet.

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Symptome

In der Mehrheit der Fälle verläuft eine Infektion mit dem Hantavirus unbemerkt. Treten Krankheitssymptome auf, gibt es abhängig vom Virustyp verschieden schwere Krankheitsbilder, informiert das österreichische Gesundheitsministerium.

Der Zeitraum von der Ansteckung bis zu dem Auftreten der ersten Beschwerden beträgt in der Regel ein bis fünf Wochen.

Eine Erkrankung beginnt meist mit:

  • plötzlich einsetzendem hohen Fieber, das über drei bis vier Tage anhält

  • begleitet von unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen

Auch folgende Symptome können auf eine Infektion hindeuten:

  • schaumiger oder blutiger Urin

  • erhöhte Nierenwerte im Blut, vor allem Kreatinin

  • erhöhtes Eiweiß im Urin

  • in den ersten Tagen nach der Ansteckung weniger Blutplättchen (Thrombozyten)

  • erst eine verringerte, dann eine vermehrte Urinausscheidung


Ist das Hantavirus tödlich?

In den meisten Fällen treten nach einer Ansteckung keine oder geringe Beschwerden auf. Je nach Virustyp kann die Erkrankung aber auch schwerer verlaufen und dann vor allem die Nieren oder Lunge schädigen.

So können die in Europa und Asien vorkommenden Hantavirus-Typen zu einem sogenannten hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) führen, bei dem es zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu akutem Nierenversagen kommen kann. In diesem Fall haben ein bis 15 Prozent der Fälle einen tödlichen Verlauf.

Die in Nord- und Südamerika existierenden Virustypen können das hämorrhagische Fieber mit pulmonalem Syndrom (HCPS oder HPS), Lungenödemen und akutem Lungenversagen als mögliche Komplikationen verursachen. Zwischen 40 und 50 Prozent dieser Fälle enden mit dem Tod.

Hantavirus in Österreich?

Hantaviren kommen weltweit vor: In Österreich gilt die Rötelmaus als bedeutendes Wirtstier. Prinzipiell können also auch in allen österreichischen Bundesländern Infektionen vorkommen.

Schwere Krankheitsverläufe mit lebensbedrohlichen Symptomen sind hierzulande aber äußerst selten.

Gibt es Medikamente oder Impfungen?

Wirksame Medikamente gegen Hantaviren gibt es nicht, bei einer Behandlung werden lediglich die Symptome der Erkrankung behandelt. Es gibt derzeit auch keine zugelassene Impfung gegen Hantaviren.

Was die Vorbeugung betrifft, besteht die wichtigste Maßnahme darin, den Kontakt zu Nagetieren und deren Ausscheidungen zu vermeiden. So rät das Gesundheitsministerium dazu, Mäuse und Ratten im Umfeld menschlicher Wohnbereiche - vor allem Keller, Dachböden, Schuppen - intensiv zu bekämpfen und allgemeine Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Auch beim Umgang mit toten Nagetieren oder in von Mäusen verunreinigten Räumen sollten Schutzmaßnahmen wie Handschuhe verwendet werden. Bei erwarteter Staubentwicklung rät das Ministerium dazu, Atemschutzmasken zu verwenden.

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