"Ganz wichtiger Schritt"
ÖFB-Teamchef Rangnick nach WM-Auftaktsieg erleichtert
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von Quelle: APA, JOYN NewsPULS 24 Live
WM-Auftakt: Österreich besiegt Jordanien 3:1
Videoclip • 11:23 Min
Bei Ralf Rangnick war nach dem mühevollen, aber siegreichen Start der österreichischen Nationalmannschaft in die Fußball-WM Durchatmen angesagt. Der Teamchef freute sich über das 3:1 in Santa Clara gegen Jordanien, das "ein ganz, ganz wichtiger Schritt" gewesen sei. "Mit einem weiteren Punkt sind wir ziemlich sicher weiter."
Das Wichtigste in Kürze
Nach dem 3:1 Auftaktsieg gegen Jordanien ist ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick erleichtert.
Der Sieg sei ein "ganz, ganz wichtiger Schritt" gewesen, ein Einzug ins Sechzehntelfinale sei das Ziel.
Der Einzug ins Sechzehntelfinale ist das erklärte ÖFB-Ziel. "Dann geht die WM erst so richtig los", erklärte Rangnick.
Um es in die K.o.-Phase zu schaffen, ist aber in den kommenden Partien gegen Argentinien und Algerien eine Steigerung nötig, wie auch Rangnick gestand. Dass man gegen den WM-Neuling Jordanien Probleme hatte, kam für ihn nicht überraschend. Er habe immer auf die Qualitäten des vermeintlichen Underdogs hingewiesen. "Alle Mannschaften haben extrem aufgeholt in den letzten 15 Jahren", sagte der 67-Jährige. "So richtig leichte Gegner sind bei den 48 WM-Teams praktisch keine dabei."
Jordanien sei "extrem unangenehm und schwierig zu bespielen" sowie überraschend mutig gewesen. "Damit haben sie das, was wir erwartet haben, überboten. Wir hatten mit ihren langen und diagonalen Bällen immer wieder Probleme", meinte Rangnick.
Ärger über Gegentor
Dass die ÖFB-Auswahl als Nummer 24 gegen die in der Live-Weltrangliste rund 40 Positionen hinter ihr liegenden Jordanier so hart zu kämpfen hatte, lag aber nicht nur am starken Auftritt des Gegners. Schon in der ersten Hälfte leistete man sich einige Unzulänglichkeiten, die Rangnick ebenso ärgerten wie das Gegentor nach einem Ballverlust von Xaver Schlager. "Wir haben gesagt, dass wir keinen Konter zulassen wollen, und dann laden wir sie zu so einem Konter ein."
Der Nationaltrainer hatte überraschend Konrad Laimer auf der Zehner-Position aufgeboten. "Ich bleibe dabei, seine beste Position ist im zentralen Mittelfeld. Er kam in der ersten Hälfte nicht so gut ins Spiel. Man hat gesehen, als er auf den Linksverteidiger gewechselt ist, hat uns das richtig gutgetan."
Diese Rochade nahm Rangnick nach einer Stunde vor, zusammen mit den Einwechslungen von Carney Chukwuemeka und Paul Wanner. Danach lief es für die ÖFB-Truppe deutlich besser. "Dominant waren wir eigentlich erst ab der 60. Minute nach den Wechseln. Da hatte man das Gefühl, dass wir das Spiel in die Hand nehmen und kontrollieren", meinte der Teamchef.
Lob für Einwechselspieler
Dementsprechend gab es Lob für Chukwuemeka und Wanner. "Es ist unschwer schon im März-Lehrgang zu sehen gewesen, welche Qualität sie haben. Ich habe beiden gesagt: 'Nehmt das Heft in die Hand und traut euch, eure Stärken auszuspielen.' Das haben beide richtig gut gemacht." Auch die ebenfalls eingetauschten Marko Arnautović und Kevin Danso wurden von Rangnick gewürdigt. "Die Wechsel waren allesamt so, dass sie uns weitergeholfen haben."
Etwas glücklos agierte hingegen der zur Pause in der Kabine gebliebene Saša Kalajdžić. Rangnick: "Er hat überragend trainiert, deshalb war es logisch, ihn beginnen zu lassen. Man hat gesehen, er hatte Probleme, was die Intensität und Körperlichkeit im Spiel betrifft."
Kieferbruch? Posch könnte für WM ausfallen
Danso kam für David Alaba ins Spiel, der neuerlich über Muskelprobleme klagte. Während der Wiener danach Entwarnung gab, könnte Stefan Posch für die weiteren WM-Spiele ausfallen. Beim ÖFB-Rechtsverteidiger, der gegen Jordanien durchspielte, besteht laut Rangnick der Verdacht auf einen Kieferbruch. Noch am (heutigen) Mittwoch sollte Klarheit bestehen.
Ein weiterer Verletzter, Christoph Baumgartner, saß in Santa Clara mit Krücken auf der Bank - und wurde dort prompt zum Ziel des Jubellaufs von 1:0-Torschütze Romano Schmid. Rangnick freute sich über diese Aktion und hob die Bedeutung des Leipzig-Profis auch abseits des Platzes hervor. "Baumi soll in die Rolle des Bindeglieds schlüpfen. Ich wollte ihn unbedingt auf der Bank haben, er soll seine Meinung zu wichtigen Dingen äußern. Er tut der Mannschaft nicht ganz so gut, als wenn er spielen könnte, aber er tut ihr trotzdem gut", sagte der Coach.
Teamchef hatte erst im Finish Spaß
Rangnick selbst hatte bei seiner WM-Premiere laut eigenen Angaben erst richtig Spaß, als Arnautović in der 102. Minute den Elfmeter zum 3:1 versenkte. "Ansonsten war es ein zähes Spiel, ein nervenaufreibendes Spiel, nichts für schwache Nerven."
Am Ende aber stand Rangnicks 28. Sieg als ÖFB-Teamchef, womit er Franco Foda hinter sich ließ und nur noch von Wunderteam-Coach Hugo Meisl (71) übertroffen wird. Der Erfolg über Jordanien war zudem Österreichs erster WM-Sieg seit dem 2:1 gegen die USA 1990 und das erste WM-Match seit dem legendären 3:2 gegen Deutschland 1978 in Cordoba, in dem dem Team drei Tore gelangen.
Mit diesem Erfolgserlebnis im Gepäck trat die ÖFB-Equipe noch in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) den Rückflug nach Santa Barbara an. Dort stand dann Regeneration im Mittelpunkt. Am Donnerstag könnte die Mannschaft laut Rangnick einen freien Tag bekommen, ehe es am Freitag mit der Vorbereitung auf das Argentinien-Match so richtig ernst wird. Auf Lionel Messi und Co. treffen die Österreicher am Montag (19.00 Uhr MESZ) in Dallas.
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