50 Jahre Cselley Mühle im burgenländischen Oslip
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von Agenturen50-Jahr-Jubiläum als Veranstaltungsstätte
Bild: APA/APA/KATHRIN SPALTL/KATHRIN SPALTL
Die burgenländische Gemeinde Oslip (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) hat zwar nur rund 1.300 Einwohner, aber schon ein Joe Cocker-Konzert gesehen. Zu verdanken ist das der Cselley Mühle, die heuer ihr 50-Jahr-Jubiläum als Veranstaltungsstätte feiert. 1976 von Keramikkünstler Robert Schneider und Maler Sepp Laubner gegründet, bot sie in den vergangenen fünf Jahrzehnten späteren internationalen Stars und österreichischen Größen aus Musik, Kabarett und Literatur eine Bühne.
Schneider und Laubner - beide sind mittlerweile verstorben - bauten die Mühle mit vielen freiwilligen Helfern zu einem Kultur-Aktionszentrum um, schilderte Schneiders Frau Eveline Lehner, die früher auch Geschäftsführerin der Cselley Mühle war. Es entstand ein offener Raum für Austausch und kulturelle Experimente zwischen Malerei, Keramik, Musik und aktionistischer Kunst. Für angehende Musiker und Künstler bot sie die Plattform, sich zu präsentieren. Den Startschuss lieferte 1977 das erste Pop-Festival mit Wolfgang Ambros, zehn regionalen Bands und der Gruppe Hot Chocolate als Headliner, die damals die englische Hitparade anführte.
Seit 1976 wurde die Location stets weiterentwickelt und an neue Bedürfnisse und Erfordernisse für Veranstaltungen angepasst, erläuterte Lehner. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nach und nach restauriert, umgebaut und renoviert. Aus dem Stadl wurde ein Konzertsaal. Finanziell war das eine Herausforderung, weshalb vieles einfach selbst gemacht wurde.
Verkauf brachte 2021 neuen Eigentümer und Generalsanierung
Neben Joe Cocker kamen unter anderem auch Mother's Finest und die Sportfreunde Stiller für ein Gastspiel ins Burgenland, ebenso Austropop-Größen wie Opus, Rainhard Fendrich, Ostbahn Kurti, Maria Bill, Hansi Lang und die Drahdiwaberl. Aber nicht nur der Musik lieferte die Cselley Mühle eine Bühne, auch der Literatur. H.C. Artmann las in Oslip ebenso wie Peter Turrini und Friederike Mayröcker. Dazu kamen Auftritte von Schauspielern wie Helmut Qualtinger und Erwin Steinhauer. In der Galerie der Mühle gab es unter anderem Franz Ringel, Hermann Nitsch, Manfred Deix und Gerhard Haderer zu sehen. Einige heimische Acts begleitete die Cselley Mühle auch bei ihren ersten Schritten, darunter Ja, Panik, Cari Cari, Garish und Voodoo Jürgens.
Nach dem Tod der beiden Gründer 2019 und 2020 wurde die Cselley Mühle 2021 an die Privatstiftung Mario Müller verkauft. Der neue Eigentümer ließ die Veranstaltungsstätte generalsanieren und gab ihr den Namen "Csello". Neu sind seitdem unter anderem die Weinbar und Vinothek "MÜ-Bar", das Kellertheater und Mühlhäuser, in denen die Besucher übernachten können. Mit der Wiedereröffnung zog auch der britische Galerist Nick Treadwell in der Mühle ein. Er zeigt im "Treadwell's Art Mill-Museum" seine schräge Sammlung an Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen.
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