70 Prozent der Grundwasserstände in Österreich zu niedrig

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von Agenturen

Die zunehmende Trockenheit sorgt für niedrige Pegelstände (Symbolbild)

Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER


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Rund 70 Prozent der Grundwasserstände sind Ende April zu niedrig gewesen. Das geht aus einer Analyse der Umweltschutzorganisation Greenpeace hervor, die die NGO am Montag präsentierte. Bei mehr als jeder zehnten Messstelle lag zudem der Wasserstand so niedrig wie Ende April noch nie. Besonders betroffen seien Oberösterreich, Salzburg und Kärnten, hieß es. Greenpeace forderte von der Bundesregierung, das im Regierungsprogramm angekündigte Wasserentnahme-Register umzusetzen.

Nur so könne man erstmals sehen, wie viel Grundwasser Industrie und Landwirtschaft in Österreich wirklich verbrauchen. Bisher fehle diese Transparenz. Auch wurde eindringlich vor der geplanten Aushöhlung des EU-Wasserschutzrechts gewarnt. "Unsere Natur trocknet aus. Nach einem dürren Winter erleben wir nun einen extrem trockenen Frühling. Doch das ist längst keine Ausnahme mehr, sondern die neue Realität. Österreich ist auf dieses Szenario schlichtweg nicht gut vorbereitet", wurde Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace, zitiert.

Pegelstand an mehr als 200 Messstellen ausgewertet

Ausgewertet wurden 227 Grundwasser-Messstellen in ganz Österreich. In Oberösterreich zeigt laut Greenpeace aktuell mehr als ein Drittel der Messstellen so niedrige Wasserstände wie Ende April noch nie. In Salzburg ist das bei mehr als einem Viertel der Messstellen der Fall und in Kärnten bei rund jeder fünften Messstelle. Das sei eine direkte Folge des zu trockenen vergangenen halben Jahres: In fünf der vergangenen sechs Monate habe es zu wenig geregnet oder geschneit. Teils fiel nur ein Drittel der üblichen Menge. Der regnerische Februar konnte dieses Defizit laut der NGO nicht ansatzweise ausgleichen.

Greenpeace verwies dabei darauf, dass Grundwasser "wichtigste Trinkwasserquelle", aber auch "unerlässlich für Landwirtschaft und Industrie" sei. "Es ist daher höchst besorgniserregend, dass es auf EU-Ebene derzeit Bestrebungen gibt, die EU-Wasserrahmenrichtlinie abzuschwächen", hieß es. Die Aufweichung des Wasserschutzes wäre aus Sicht der NGO "ein fataler Fehler". Das bestehende EU-Wasserschutzrecht sei ein "erprobtes und unverzichtbares Schutzschild" für die österreichischen Flüsse und das Grundwasser.

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