Bonartes beleuchtet eine der ersten Sozialreportagen
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von AgenturenSoziales Elend zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Bild: APA/APA/Photoinstitut Bonartes/Drawe
Es war eine der weltweit ersten Sozialreportagen: Mit dem Lichtbildervortrag "Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens" lockten der Journalist Emil Kläger und der Richter und Amateurfotograf Hermann Drawe ab 1905 in der Wiener Urania rund 90.000 Menschen in 344 Aufführungen. Es folgten eine Fotoausstellung, eine Publikation und 1920 auch ein Film. Nun stehen die Aufnahmen im Rahmen einer Ausstellung im Photoinstitut Bonartes in Wien erneut im Fokus.
Kläger und Drawe konfrontierten die Menschen damals mit den Schattenseiten der Industrialisierung. Als Obdachlose verkleidet suchten sich Schlafstätten der Ärmsten der Gesellschaft auf, um sie zu porträtieren. Die nunmehrige Ausstellung versammelt rund 70 Objekte, darunter zwölf Originalfotografien aus der damaligen "Allgemeinen Hygienischen Ausstellung". Der die Schau begleitende Katalog bietet zusätzliche Hintergrundinformationen mit statistischem Material zur sozialen Lage der Betroffenen und rückt mit neuem biografischen Material auch die sozialreformerisch engagierten Autoren neu ins Licht. Neben Beständen des Photoinstituts Bonartes finden sich in der Ausstellung auch zahlreiche Leihgaben u.a. aus der Albertina, dem MAK oder dem Österreichischen Filmmuseum.
(S E R V I C E - Ausstellung "Sozialreportage als Medienspektakel. Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens" im Photoinstitut Bonartes, 10. April bis 17. Juli. www.bonartes.org )
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