Drei Männer wegen Golddiebstahls bei Infineon verurteilt
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von AgenturenDie Männer sollen Goldgranulat gestohlen haben
Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Weil sie am Infineon-Standort in Villach Gold im Wert von mindestens 300.000 Euro gestohlen haben sollen, sind am Mittwoch drei Männer am Landesgericht Klagenfurt zu unbedingten Haftstrafen verurteilt worden. Den beiden serbischen und dem slowenischen Staatsbürger wurde vorgeworfen, mit Gold beschlagene Maschinenteile gereinigt und das dabei abfallende Granulat teilweise hinausgeschmuggelt und verkauft zu haben. Das Urteil war nicht rechtskräftig.
Einer der Serben fasste drei Jahre Haft, davon eines unbedingt, aus. Sein Landmann wurde zu 27 Monaten Haft verurteilt, von denen er neun absitzen muss, der Slowene zu 24 Monaten Haft, von denen 16 Monate bedingt nachgesehen wurden. Richter Oliver Kriz, der dem Schöffensenat vorsaß, erklärte, das umfassende und reumütige Geständnis sei allen Männern mildernd zugute gekommen. Erschwerend fiel allerdings der jahrelange Tatzeitraum ins Gewicht, und dass sie bei der Tat ein Vertrauensverhältnis ausgenützt hätten. Der Infineon wurde als Privatbeteiligter ein Betrag von 300.000 Euro zugesprochen.
Gold in Gummihandschuhen versteckt
Ab dem Jahr 2021 sollen sich die Männer auf kriminelle Art und Weise ein fortlaufendes Einkommen verschafft haben, weswegen ihnen gewerbsmäßig schwerer Diebstahl vorgeworfen wurde. Die drei waren bei einer Reinraumtechnik-Firma tätig, die seit Jahren für Infineon Reinigungsarbeiten durchgeführt hatte - auch solche, bei denen Gold im Spiel war.
Infineon verwendet Gold im Herstellungsprozess. Dieses wird verdampft und legt sich auf bestimmten Maschinenteilen ab. Diese Teile werden dann nach einer gewissen Zeit ausgebaut und in einem eigenen Raum des Technologiekonzerns sandgestrahlt. Das Granulat wird gesammelt, gewogen, in Beuteln verschweißt, etikettiert und für eine Firma bereitgestellt, die den Werttransport übernimmt.
Diese Reinigungsarbeiten übernahmen die Angeklagten - allerdings wurde ihnen zur Last gelegt, dabei alles andere als "sauber" gearbeitet zu haben. Bestimmte mit Gold verunreinigte Teile hätten sie nämlich nicht vollständig gereinigt, sondern in eine andere Halle gebracht, die eigentlich nicht für die Reinigung von Goldkontamination vorgesehen ist. Dort hätten sie die Teile wiederum sandgestrahlt und Goldbruchstücke abgeschlagen. Das Granulat hätten sie dann in Gummihandschuhe abgefüllt, am Körper versteckt und nach draußen geschmuggelt.
"Eingespielter Ablauf"
Auf die Schliche gekommen war man den Männern im Jahr 2024, als die Polizei einen anonymen Tipp bekam. Die Angeklagten tappten direkt in der Firma in eine eigens dafür installierte Videofalle. Die Angeklagten selbst gaben sich zerknirscht und bekannten sich schuldig - es wurde nur teilweise der zur Last gelegte Tatzeitraum in Frage gestellt.
Zu den Ermittlungen sagte auch ein Angestellter von Infineon aus, der für Werkssicherheit zuständig ist: "Auf den Videos hat man gesehen, dass die Beschuldigten ganz genau gewusst haben, was sie getan haben. Die Handgriffe saßen, nie hatte ich den Eindruck, dass sie zögern oder überlegen müssen, was zu tun ist." Unter anderem hätten sie einen Wagen vor die Tür gestellt, um zu verhindern, dass jemand hereinkommt: "Das hat nach einem eingespielten Ablauf ausgesehen."
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