Neue Nachtkennzeichnung von Windrädern erstmals in NÖ
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von AgenturenIn Niederösterreich werden Windräder nur noch bei Bedarf blinken
Bild: APA/APA/dpa/Julian Stratenschulte
Auf Basis eines Nationalratsbeschlusses müssen Windräder in der Nacht nur noch bei Bedarf beleuchtet werden, etwa wenn sich ein Flugobjekt annähert, das bisherige Dauerblinken entfällt. Diese sogenannte bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung wird nun erstmals in Niederösterreich umgesetzt, teilte Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) mit. Der neue EVN-Windpark Gnadendorf-Stronsdorf im Bezirk Mistelbach geht mit dem neuen System in Betrieb.
Pernkopf hatte das Aus für das Dauerblinken bereits 2022 gefordert, 2024 wurden im Nationalrat die rechtlichen Grundlagen geschaffen. In den vergangenen Monaten wurden insbesondere von der Luftfahrtbehörde und der Austro Control die technischen und rechtlichen Voraussetzungen finalisiert. "Unnötige Lichtverschmutzung wird damit deutlich reduziert und den Menschen ein Stück Nachtruhe zurückgegeben", betonte der Landesvize. Der aus dem Weinviertel stammende Landtagspräsident Karl Wilfing (ÖVP) ortete ebenfalls einen "Beitrag zur Reduktion unnötiger und störender Lichtverschmutzung".
Technische Lösung der Austro Control
Die Nachtkennzeichnung basiert auf einer technischen Lösung mitsamt Verbindung zur Austro Control. Auf Basis zur Verfügung stehender Informationen wie Radar- und Flugplandaten stellt das System fest, ob sich Flugzeuge in der Nähe von Windrädern befinden. Es definiert dabei einen Schutzbereich mit einem Abstand von mindestens acht Kilometern zum Hindernis. Dieser Raum wird durch eine Höhe von mindestens 600 Metern über dem höchsten Punkt des Hindernisses begrenzt. Befindet sich ein Flugzeug in diesem Schutzbereich, wird die Beleuchtung aktiviert, andernfalls bleibt die Anlage dunkel. Ein Fokus wurde auf die Sicherheit von Rettungs- und Einsatzflügen gelegt, die über die Möglichkeit einer Fernaktivierung verfügen und im Bedarfsfall die Beleuchtung über die jeweilige Leitstelle jederzeit selbst aktivieren können.
Die EVN plant sukzessive alle bereits bestehenden Windparks auf die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung umzustellen. Bei älteren Windparks seien aber für die Verbindung zur Austro Control Anpassungen, Umbauten und eine Bewilligung nach dem neuen Standard nötig, was Zeit brauche, hieß es.
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