Weiter Warten auf Untersuchungen zu Bossing-Vorwürfen im KHM

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Weiter Unklarheit über Vorwürfe im KHM-Museumsverband

Bild: APA/APA/THEMENBILD/HERBERT NEUBAUER


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Die Hoffnungen auf eine rasche Klärung der gegen die Führungsspitze des Museumsverbands des Kunsthistorischen Museums (KHM) erhobenen Vorwürfe im Umgang mit Mitarbeitenden haben sich zerschlagen. Weder liegt derzeit auch nur ein Zwischenbericht vor, noch sind Gespräche mit (möglicherweise) Betroffenen geführt worden. Mit Veronika Sandbichler, der dienstfrei gestellten Direktorin des Innsbrucker Schlosses Ambras, ist offenbar erst am Freitag erstmals gesprochen worden.

Mit der Untersuchung der Vorwürfe ist vom Kuratorium des KHM-Museumsverbands Rechtsanwältin Sieglinde Gahleitner beauftragt worden, die derzeit auch in einer anderen aufsehenerregenden Causa involviert ist. Sie vertritt jene Frau, die Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann der sexuellen Belästigung beschuldigt. Sie habe unmittelbar nach ihrer Beauftragung am 26. März von Sandbichlers Anwalt eine Sachverhaltsdarstellung erbeten, aber erst am Donnerstag "die erste schriftliche Zusammenstellung betreffend konkret behauptete Sachverhalte erhalten" und daraufhin am Freitag "mit der betroffenen Person gesprochen und die nächsten Schritte vorbereitet", so Gahleitner gegenüber der APA.

"Die Untersuchung wird so zügig wie möglich geführt"

Bezüglich eines weiteren Zeitplans wollte sich die Verfassungsrichterin und Anwältin nicht festlegen: "Die Untersuchung wird so zügig wie möglich geführt, der Zeitraum hängt von der Verfügbarkeit der zu befragenden Personen ab." Diese wundern sich jedoch nach APA-Informationen darüber, dass sie noch immer nicht aktiv kontaktiert wurden, schließlich soll eine Liste von Mitarbeitenden, die in den vergangenen Monaten den KHM-Museumsverband verlassen haben, kursieren. Sandbichlers Anwalt Martin Maxl hatte ja argumentiert, dass es sich beim Fall seiner Mandantin um keinen Einzelfall handle und in einem Ö1-Interview behauptet: "Da sind knapp 20 Personen durch genau diese toxische Führungskultur aus dem KHM ausgeschieden."

Auch der zweite versprochene Bericht lässt auf sich warten. Bereits am 12. März wurde die Unternehmensberatungsfirma Deloitte mit einer Prüfung der wirtschaftlichen Entwicklung von Schloss Ambras beauftragt, um "einen Gesamtüberblick zu bekommen". Das hatte Kuratoriumsvorsitzende Ulrike Baumgartner-Gabitzer am 25. März in einer Pressekonferenz verlautbart. KHM-Generaldirektor Jonathan Fine und der kaufmännische Geschäftsführer Paul Frey hatten bei dieser Gelegenheit die wirtschaftliche Entwicklung auf Ambras beklagt, die eine Veränderung notwendig mache, und die offenbar aufgetretenen Friktionen damit in Zusammenhang gebracht.

Deloitte-Bericht liegt noch nicht vor

Baumgartner-Gabitzer hatte damals von 14 Tagen gesprochen, die Deloitte für die Erstellung des Berichts eingeräumt worden sei, und hatte mit einer Vorlage nach Ostern gerechnet. Laut KHM liegt der Bericht noch nicht vor. Man könne auch noch nicht sagen, wann das sein werde, hieß es gegenüber der APA.

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