Drogenkonsum in Österreich stabil, aber verändert

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von Agenturen

Nikotinsucht weiterhin am meisten verbreitet

Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER


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Der Suchtmittelkonsum in Österreich bleibt insgesamt stabil, zugleich verschiebt sich aber das Verhalten. Besonders bei jungen Menschen gibt es klare Veränderungen bei Substanzen, Konsummustern und Risiken, so Martin Busch, Leiter des Kompetenzzentrums Sucht an der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), bei einer Pressekonferenz am Montag. Die größten Kosten verursacht in Österreich weiterhin der Nikotinkonsum.

Laut dem Epidemiologiebericht Sucht 2025 und dem Bericht zur Drogensituation 2025 bleibt die Nikotinabhängigkeit die häufigste Form der Sucht. Rund 24 Prozent der Bevölkerung konsumieren täglich Nikotin.

Neue Produkte nehmen zu

Während der klassische Zigarettenkonsum sinkt, nehmen neue Produkte wie E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel deutlich zu. Vor allem Jugendliche greifen vermehrt zu derartigen "Lifestyleprodukten".

Die langfristigen Auswirkungen auf die Konsumenten und Konsumentinnen von mitunter extrem hohen Dosen an Nikotin, die dabei oft eingenommen werden, sind Busch zufolge noch nicht absehbar. "Da gibt es richtige Challenges, wer sich die meisten Nikotinbeutel reinzieht, ist der Hero", so Busch.

Alkoholkonsum: Hohe Zahlen, aber rückläufig

Alkohol ist weiterhin die am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz. Rund 15 Prozent der Bevölkerung trinken in gesundheitsgefährdendem Ausmaß, etwa fünf Prozent gelten als abhängig. Langfristig sind Busch zufolge sowohl Konsum als auch alkoholbedingte Erkrankungen rückläufig, die absoluten Zahlen bleiben jedoch hoch.

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Cannabis illegale Droge Nummer eins

Bei illegalen Drogen zeigt sich dem Drogenbericht zufolge ein differenziertes Bild: Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte Substanz. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung hat zumindest einmal Cannabis konsumiert, aber meist nur episodisch. Gleichzeitig wird vermehrt Cannabis festgestellt, das mit synthetischen Cannabinoiden versetzt ist, was zusätzliche Risiken birgt.

Deutlich an Bedeutung gewinnen Kokain und andere Stimulanzien. Rund sechs Prozent der Bevölkerung haben zumindest einmal Kokain konsumiert, der Anteil aktueller Nutzer ist ebenfalls gestiegen. Marktindikatoren wie hohe Verfügbarkeit, sinkende Preise und steigende Reinheit deuten auf ein wachsendes Angebot hin. Kokain bleibt somit eines der wenigen Dinge, "die billiger und besser geworden sind", so Busch.

Zunehmend mehr Mädchen konsumieren Opioide

Der risikoreiche Drogenkonsum wird weiterhin von Opioiden dominiert. Für 2023/24 wird die Zahl der Betroffenen auf bis zu 39.000 Personen geschätzt. Gleichzeitig nehmen Mischkonsum und komplexe Konsummuster zu, was das Risiko für Notfälle und Todesfälle erhöht. Die Zahl der drogenbezogenen Todesfälle lag 2024 bei 257 und damit deutlich über dem Niveau der frühen 2010er-Jahre.

Hier erhöhte sich in den vergangenen Jahren besonders die Zahl an betroffenen jungen Mädchen. Die Abhängigkeit entsteht hier meist durch Trauma - etwa einen sexuellen Missbrauch -, sodass die Sucht "ein Symptom des Traumas ist", wie Busch sagte.

Erstmals auch Glücksspiel erfasst

Erstmals wurden in dem Bericht auch Glücksspiel und Sportwetten systematisch erfasst. Demnach nehmen zumindest 50 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren einmal jährlich daran teil, etwa vier Prozent - rund 300.000 Personen - zeigen zumindest ein mildes problematisches Spielverhalten. Besonders hoch ist das Suchtpotenzial bei Glücksspielautomaten, Sportwetten und Poker.

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