Drohnen-Vorfälle: Baltenstaaten für mehr NATO-Unterstützung

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von Agenturen

Mindestens eine Drohne im lettischen Luftraum

Bild: APA/APA/AFP/YURIY DYACHYSHYN


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Estland, Lettland und Litauen fordern nach den jüngsten Drohnenvorfällen im Baltikum von den NATO-Verbündeten mehr Hilfe bei der Luftverteidigung. Die drei EU- und NATO-Staaten wollen zudem in koordinierter Form auf unbelegte Behauptungen aus Moskau reagieren, wonach sie ihr Territorium und ihren Luftraum für ukrainische Angriffe gegen Russland zur Verfügung stellen. Dies teilte die litauische Präsidialkanzlei nach einem Telefonat der Präsidenten der drei Staaten mit.

"Wir beobachten einen klaren Versuch, die Spannungen in unserer Region zu verschärfen und gleichzeitig eine koordinierte Desinformationskampagne gegen die baltischen Staaten zu führen. Wir müssen geeint bleiben, unsere Luftverteidigung und unsere Fähigkeiten zur Drohnenabwehr stärken und gemeinsam die NATO-Verbündeten dazu bewegen, der Sicherheit der Ostflanke noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken", sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach einem Gespräch mit seinen Amtskollegen Alar Karis (Estland) und Edgars Rinkevics (Lettland).

Ruf nach mehr Luftverteidigung und Präsenz

In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Staatschefs die Notwendigkeit, die Luftverteidigungskapazitäten der NATO in der Region weiter zu stärken. Dazu gehörten die Stationierung zusätzlicher Drohnenabwehrsysteme und der Übergang von einer reinen Luftraumüberwachung zu einer umfassenden Luftverteidigung. Zuvor hatten die Streitkräfte in Lettland und Litauen erneut Drohnenalarm im Luftraum im Osten der beiden Länder nahe der Grenze zu Russland und Belarus gemeldet.

Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen gegeben. Bei Angriffen sind mehrere fehlgeleitete ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils abgestürzt. Kiew hatte mit ihnen Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen. Moskau hatte daraufhin seine unbelegten Behauptungen erhoben - und zuletzt auch Drohungen gegen Lettland ausgesprochen.

Präsidenten: Baltenstaaten nicht an Drohnenangriffen beteiligt

Mit den "erfundenen, haltlosen Anschuldigungen" versuche Russland, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft von seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine und deren Recht auf Selbstverteidigung abzulenken, teilten die baltischen Staatschefs mit und wiesen die russische Desinformationskampagne entschieden zurück. Estland, Lettland und Litauen stünden weiter in voller Solidarität mit der Ukraine, aber hätten niemals zugelassen, dass ihr Staatsgebiet für Drohnenangriffe gegen Ziele in Russland genutzt werde.

Die baltischen Staaten sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. Die Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius unterstützten die Ukraine militärisch, finanziell und humanitär.

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Drohnenalarm am Mittwoch in Litauen

In Litauen war am Mittwoch Drohnenalarm ausgelöst worden. Die Bewohner der Hauptstadt Vilnius mussten auf Aufforderung der Behörden vorsorglich Schutz suchen. Auch Präsident Gitanas Nauseda und andere Spitzenpolitiker des Baltenstaats wurden zur Sicherheit in Schutzräume gebracht. Der Luftraum über dem Flughafen wurde gesperrt und auch der Zugverkehr zwischenzeitlich ausgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu weiteren Drohnenvorfällen komme, steige und bleibe auch künftig hoch, sagte Neuseda am Donnerstag.

Das österreichische Außenministerium reagierte indes auf die sich häufenden Drohnenzwischenfälle am Donnerstag auf den Plattformen Bluesky und X: "Wir verurteilen Russlands Drohungen und Einschüchterungsversuche gegenüber Lettland, Litauen und Estland aufs Schärfste. Die EU tritt geschlossen gegen die hybride Eskalation durch Russland auf und ist bereit, darauf zu reagieren".

In Lettland löste der Umgang mit solchen Drohneneintritten einen politischen Streit aus, der zum Rücktritt der Regierung führte. Gespräche zur Ernennung eines neuen Kabinetts laufen noch.

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