EU-Konsultation zu PFAS-Verbot: NGO fordert rasches Handeln

Veröffentlicht:

von Agenturen

NGO verwies auf fluorfreie Alternativen

Bild: APA/APA/AFP/NICOLAS TUCAT


- Anzeige -
- Anzeige -

Vor zwei Monaten hat die EU-Chemiebehörde (ECHA) ein weitreichendes Verbot der "Ewigkeitschemikalien" PFAS empfohlen und dazu zwei Risikoanalysen publiziert. Sie sollen Grundlage für einen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission sein. Nach dem offiziellen Ende der EU-weiten Konsultation zu einem möglichen Verbot der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen hat die Umweltschutz-NGO Greenpeace Österreich rasches Handeln eingefordert und auf fluorfreie Alternativen verwiesen.

In den vergangenen Monaten konnten Unternehmen, Organisationen, Bürgerinnen und Bürger bei der ECHA Stellungnahmen einreichen. Greenpeace hat sich dabei laut eigenen Angaben mit einer umfassenden Stellungnahme zum Schutz der Umwelt und Zivilbevölkerung an dem Verfahren beteiligt. Die NGO warnte nun aber vor einer Verwässerung der Pläne durch die Industrie-Lobby und verlangt ein schnelles Verbot ohne Verzögerungen.

Greenpeace: Breites Verbot ist möglich und nötig

"PFAS verschwinden nicht einfach, sie bleiben über Generationen in unserer Umwelt und in unseren Körpern. Dass die EU sie jetzt endlich umfassend regulieren will, ist längst überfällig. Die Wissenschaft zeigt klar: Ein breites Verbot ist möglich und nötig. Jetzt darf das Gesetz nicht auf den letzten Metern durch Ausnahmen für die Industrie zerpflückt werden", warnte Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace. Die ECHA warnte vor zwei Monaten davor, dass es Ausnahmen in Fällen geben müsse, wo es nachweislich keine Alternative für PFAS gebe.

In der eingereichten Stellungnahme begrüßt Greenpeace die Entscheidung für ein EU-weites Verbot als beste Maßnahme gegen die durch PFAS ausgehenden Risiken. Die NGO verwies zudem auf ihre eigenen Labortests und Marktanalysen aus den Jahren 2025 und 2026 und damit auch darauf, dass fluorfreie Alternativen im Konsumbereich längst bereitstehen. Untersuchungen von Lebensmittelverpackungen, Textilien und Kosmetika zeigen: Der Markt stellt sich bereits erfolgreich um. Greenpeace warnte nun in diesem Zusammenhang vor langen Übergangsfristen, da diese vorausschauende Vorreiter-Unternehmen finanziell bestrafen.

Österreich müsste ebenfalls tätig werden

Die Umweltschutzorganisation fordert von der EU einen schnellen und umfassenden Schutz der Umwelt und der Menschen vor PFAS und lehnt daher die fortlaufende PFAS-Produktion in der EU entschieden ab. PFAS stecken in Alltagsprodukten wie Kleidung, Kosmetik oder Verpackungen. Die über 10.000 extrem langlebigen Chemikalien reichern sich dauerhaft in der Natur an. Sie schädigen das Immunsystem und können Krebs erregen, informierte die NGO. Besonders Kinder reagieren empfindlich auf diese Ewigkeitsgifte.

Greenpeace Österreich fordert von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für ein schnelles und konsequentes Verbot einzusetzen. Sollte die EU nicht rasch handeln, muss Österreich ein nationales PFAS-Verbot umsetzen: Nach dem Vorbild von Dänemark und Frankreich braucht es eigenständige, heimische Verbote für PFAS in Konsumgütern sowie strengere Grenzwerte für das Trinkwasser.

(S E R V I C E - Greenpeace-Konsultation unter: https://act.gp/49h0QC9Die SEAC-Einschätzung der Europäischen Chemikalienagentur zu PFAS unter: https://act.gp/4dyexhjHintergrundinformationen zur EU-Konsultation zum PFAS-Verbot unter https://act.gp/PFAS-Konsultation)

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken