Europäer wollen mehr Unabhängigkeit von Trump-USA
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von AgenturenDie Partnerschaft ist auf die Probe gestellt
Bild: APA/APA/AFP/NICOLAS TUCAT
Knapp eineinhalb Jahre nach Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump wünschen sich immer mehr Menschen in der EU mehr Unabhängigkeit von den USA. Inzwischen sind fast drei von vier EU-Bürgern (73 Prozent) der Ansicht, Europa solle seinen eigenen Weg gehen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der deutschen Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Zudem hält eine klare Mehrheit von 58 Prozent die USA nicht mehr für einen vertrauenswürdigen Partner.
Der Anteil derjenigen, die eine größere Eigenständigkeit befürworten, stieg demnach seit 2024 um zehn Prozentpunkte. Das Ansehen der USA als wichtigster Partner der Europäischen Union (EU) ist der Umfrage zufolge seitdem um 20 Prozentpunkte auf 31 Prozent gesunken. Ein polarisierender US-Präsident und zunehmende geopolitische Spannungen hätten die öffentliche Meinung in Europa verschoben, heißt es in der Analyse, für die zwischen September 2024 und März 2026 regelmäßig Menschen in allen 27 EU-Staaten befragt wurden.
China keine Alternative
Das Streben nach Unabhängigkeit führt der Studie zufolge jedoch nicht zu einer stärkeren Hinwendung zu China, das weiter mit Skepsis betrachtet wird. Stattdessen verschieben sich die Präferenzen innerhalb des westlichen Bündnisses. So gewinnen demnach das Vereinigte Königreich und Kanada als strategische Partner an Bedeutung. Die Unterstützung für die NATO als zentraler Pfeiler der Sicherheit bleibe mit 63 Prozent der Befragten dabei stabil.
"Die Europäerinnen und Europäer wollen unabhängiger von den Vereinigten Staaten werden", sagte Florian Kommer von der Bertelsmann Stiftung. Das Vertrauen in Amerika und dessen Rolle als zentraler Partner Europas sei gesunken. Die Partnerschaft sei nicht unwiederbringlich verloren, doch die Daten signalisierten eine tiefere und strukturelle Belastung der transatlantischen Beziehungen. "Die Politik sollte diesen Auftrag nun in konkrete Maßnahmen und substanzielle Investitionen in Europas eigene Fähigkeiten übersetzen", forderte der Experte.
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