FEMA begrüßt Unterstützungsfonds für Alleinerzieherinnen
Veröffentlicht:
von AgenturenCzak bei einer Pressekonferenz im Jahr 2022
Bild: APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER
Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen FEM.A begrüßt die Einrichtung eines Unterstützungsfonds für Alleinerzieherinnen, die SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann am Samstag verkündete. "Es ist ein großer Schritt der Regierung, die prekäre Lage von gewaltbetroffenen Müttern in dieser Form anzuerkennen", lobt Obfrau Andrea Czak in einer Aussendung am Donnerstag. Gleichzeitig kritisiert FEM.A die Bundesregierung für mehrere Kürzungsmaßnahmen zu Lasten Alleinerziehender.
Etwa die geplante Maßnahme, die Arbeitslosenversicherungsbeiträge für geringe Gehälter wieder einzuführen, bedeute für viele Alleinerzieher und -erzieherinnen weniger Nettoeinkommen. Hinzu komme, dass dadurch für viele auch der Betrag, der über den Familienbonus geltend gemacht werden kann, sinke. Viele Alleinerzieherinnen seien dadurch doppelt betroffen, denn auch der Kindermehrbetrag könne den Verlust nicht zur Gänze wettmachen. FEM.A fordert deshalb, dass der Familienbonus dem Elternteil ausbezahlt wird, das die Familienbeihilfe bezieht, damit die Steuererleichterung bei den Kindern ankomme.
"Zentrale Forderung wird Wirklichkeit"
An dem Unterstützungsfonds hatte der Verein aber kaum etwas auszusetzen. Ab Juli soll ein Gesetz in Kraft treten, nach dem Kinder, die keinerlei Unterhalt oder Ersatzleistung beziehen können, um Unterstützung aus dem Fonds ansuchen können. Damit soll "ein erster Schritt in Richtung Unterhaltsgarantie, einer langjährigen Forderung von FEM.A und anderen Frauenorganisationen", gesetzt werden. Für viele Alleinerzieher und -erzieherinnen, die ihre Kinder nur von ihrem Einkommen versorgen, bedeute das eine riesige Entlastung. Außerdem werde ein großer Schritt für die Bekämpfung von Kinderarmut gesetzt. Jüngste Daten zeigen, dass etwa die Hälfte der Kinder von Alleinerzieherinnen und -erziehern in Armut oder Ausgrenzung leben, mehr als doppelt so viel wie bei Kindern in anderen Haushaltsformen. "Wir freuen uns sehr, dass eine unserer zentralen Forderungen nun Wirklichkeit werden soll. Eine Ersatzleistung für Alleinerzieher*innen, die keinerlei Zahlungen für ihre Kinder bekommen konnten, war überfällig", so Czak.
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