Fischfresser: Schutz von Kormoranen in der EU wackelt

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von Agenturen

Kormoran breitet Gefieder aus (Symbolbild)

Bild: APA/APA/dpa/Uwe Anspach


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Mehrere EU-Länder wollen die Jagd auf Kormorane erlauben, weil die Vögel ihren Fischern die Fische wegfressen. Neun Staaten forderten bei einem Treffen der EU-Agrarministerinnen und -minister am Dienstag in Brüssel, "den Bestand auf einem ökologisch und wirtschaftlich akzeptablen Niveau zu halten". Sie wollen dafür den Schutzstatus der Kormorane absenken.

Die neun Länder fordern, dass Kormorane außerhalb der Brutzeiten gejagt werden dürfen, wie aus einem von Tschechien eingebrachten Vorschlag hervorgeht. Neben Finnland, Schweden, Estland, Lettland und Polen haben ihn auch Kroatien, Rumänien und die Slowakei unterzeichnet. Die Kormorane sorgten etwa "in der Ostsee für große Probleme", sagte die finnische Agrarministerin Sari Essayah in Brüssel.

Zahlreiche Fischbestände in der Ostsee sind seit Jahren bedroht, Fischer machen dafür unter anderem den Kormoran verantwortlich. Zugleich sind die jährlich von der EU festgelegten Fischquoten in der Regel höher als von Wissenschaftern empfohlen, außerdem bedroht der Klimawandel die Lebensräume der Fische.

Die neun Länder verwiesen am Dienstag auf "geschätzte zwei Millionen" Kormorane in Europa, die pro Jahr je 180 Kilogramm fräßen. Die Vögel sind etwa so groß wie Gänse und leben ganzjährig an Nord- und Ostsee sowie an Flüssen. Einige von ihnen überwintern am Mittelmeer. Seit 1979 zählen sie in Europa zu den geschützten Arten.

Kormorane in Österreich meist auf Durchreise

Auch in Österreich gibt es Kormorane an größeren Flüssen und an Seen vom Boden- bis zum Neusiedler See und von Niederösterreich bis Kärnten. Bei vielen Fischern an den Seen sind sie unbeliebt, weil hungrig auf Fisch - meist sind sie aber nur auf Durchreise, nur selten brüten sie auch hierzulande. Die Wasservögel, die ihre Nahrung tauchend erjagen, sind auch hier streng geschützt und gelten als stark gefährdet. Sie stehen auf der roten Liste, der Bestandstrend ist laut Birdlife zunehmend. Laut den Vogelschützern sind die Vögel nicht schuld an abnehmenden Fischbeständen, schreiben sie auf ihrer Homepage. Man müsse sich gegen Abschüsse einsetzen.

Hierzulande erlassen die Bundesländer jeweils eigene Kormoran-Verordnungen. Der Abschuss wird gegebenenfalls strengstens limitiert und zeitlich begrenzt zum Fischereischutz meist in den Wintermonaten erlaubt. Schlaf- und Brutplätze der "Meerraben" sind immer geschont.

Mehrheit der EU-27 für Jagd-Erleichterung nötig

Um die Jagd auf Kormorane - die Tiere können über 30 Jahre alt werden - zu erlauben, müsste der Schutzstatus der Vögel abgesenkt werden. Dazu braucht es eine Mehrheit unter den 27 EU-Ländern sowie im Europaparlament. Im gleichen Verfahren hatte die EU im vergangenen Jahr den Schutzstatus von Wölfen abgesenkt.

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