Frankreich sieht in Tötung von UNO-Soldaten Kriegsverbrechen

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von Agenturen

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Bild: APA/APA/UNIFIL/HANDOUT


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Nach dem tödlichen Angriff auf Soldaten der UNO-Friedensmission UNIFIL im Libanon spricht Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot von einem Kriegsverbrechen. Blauhelme, die im Gelände bestens identifizierbar seien, so anzugreifen, stelle nicht nur ein Kriegsverbrechen dar, sondern sei auch ein Übergriff auf die gesamte internationale Gemeinschaft, sagte Barrot am Donnerstag im Sender France Info. Denn die internationale Gemeinschaft gebe den UNO-Soldaten ihr Mandat.

Infolge des Angriffs am Samstag waren zwei französische Soldaten gestorben. Zwei weitere wurden verletzt. Die Soldaten waren nach Angaben von UNIFIL unter Beschuss geraten, als sie Sprengsätze an einer Straße im Süden beseitigten. Einer ersten Einschätzung von UNIFIL zufolge waren Kämpfer der Israel bekämpfenden, vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz für den Angriff verantwortlich.

Israels Armee teilte ebenfalls mit, nach israelischen Geheimdienstinformationen hätten Hisbollah-Kämpfer das Feuer eröffnet. Damit sollte offenbar auch ein möglicher Verdacht gegen Israel bei dem tödlichen Angriff ausgeräumt werden. Die Hisbollah wies am Wochenende hingegen jegliche Verantwortung für den Vorfall von sich. Das libanesische Außenministerium versprach eine gründliche Untersuchung des Vorfalls durch die libanesischen Behörden.

Auch Österreicher bei UNIFIL

Die Blauhelme der UNIFIL überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Immer wieder gab es dabei auch in ihren Reihen Tote und Verletzte. Vor einigen Wochen wurden zwei indonesische Soldaten der UNIFIL-Mission bei einer Explosion getötet. Auch rund 160 Soldaten des österreichischen Bundesheeres sind seit 2011 bei der UNIFIL im Einsatz. Sie sind unter anderem für den Transport von Personal und Ausrüstung, die Bergung und Instandsetzung beschädigter UNIFIL-Fahrzeuge, die Versorgung der UNO-Truppe mit Treibstoff und die Lagerhaltung im Hauptquartier zuständig. Außerdem stellen die Österreicher die Camp-Feuerwehr im Hauptquartier in Naqoura. Der UNO-Sicherheitsrat hat im Vorjahr das Aus für die Friedensmission mit Ende 2026 beschlossen.

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